MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Bärbel Günther

Arbeitsbekleidung mit Strass

Bärbel Günther

Berufsbekleidung & Stickerei
Leipziger Str. 58–60
04600 Altenburg
Fon: 03447 / 890400
Internet: www.berufsbekleidung-abg.de

Die 1960 in Penig (Sachsen) geborene Bärbel Günther wuchs in Meerane auf, besuchte dort die Schule bis zur 10. Klasse und wollte eigentlich eine Lehre als Zootechnikerin absolvieren, um später Tierärztin werden. Doch dann gefiel ihr die Ausbildung zur Textilfacharbeiterin, sie blieb dem Metier treu, konnte sich zur Meisterin qualifizieren, arbeitete im 3-Schicht-System in Glauchau, einer weiteren Hochburg sächsischer Textilindustrie. Nach dem Umzug nach Altenburg wurde sie Produktionsstättenleiterin in einem dortigen Textilbetrieb. Hier wurden die Wattejacken hergestellt, die im DDR-Berufsalltag so gegenwärtig waren, wie so vieles in jener Zeit Mangelware, stets begehrt. Mit dem Übergang von der sozialistischen Wirtschaft in die freie Marktwirtschaft war für viele Textilbetriebe Schluss. Bärbel Günther verkaufte nun im Außendienst die Restbestände an Wattejacken, immerhin 16.000 Stück. Die Nachfrage der Leute nach diesen und anderen einstmals vertrauten Dingen regte sie an, mit Partnern eine GmbH für Berufsbekleidung zu gründen, an der sie 50% hielt. Der Altenburger Laden florierte bis zur Jahrhundertflut 2002, das Flüsschen Pleiße verwüstete auch Teile des Altenburger Landes, viele Stammkunden (vor allem Firmen) wurden zahlungsunfähig, der Laden durch das Wasser in Mitleidenschaft gezogen, die GmbH ging in die Insolvenz. Bärbel Günther fing an anderem Standort mit nichts von vorn an. Wieder Berufsbekleidung, ganz klein zuerst, doch dann wurde eine Stickmaschine gekauft. Die Kunden verlangten nach dem Firmenlogo auf den Arbeitssachen, der Auftrag hätte an Fremdfirmen übertragen werden müssen, dies konnte sie nun selbst erledigen. Anfangs stand ihr eine Halbtagskraft zur Seite, bald konnte sie Geschäft und Sortiment erweitern. 2011 wurde dann neu gebaut, 250 qm Verkaufsfläche auf eigenem Grund und Boden. Zum Sticken (Logos, Sprüche), kam das Bedrucken und inzwischen die Strasssteinveredlung, in Berufen der Kosmetik und beim Friseurhandwerk gern gesehen, für die Kostüme der Traditionsvereine, auch Karnevalsverein oft gewählt, auch als Geschenk (z. B. Handtücher) gefragt. Frau Günther hat auch in Lebenskrisen (Flut, Insolvenz, Scheidung) immer an sich geglaubt, dies gab der zweifachen Mutter (Sohn und Tochter) die Kraft, sich menschlich und geschäftlich zu behaupten.
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