MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Manfred Grützbach

Radsport ist alles

Manfred Grützbach

Pensionist
Pölnitzweg 55 (bei Scheinflug)
13125 Berlin

Der das sagt, ist Manfred Grützbach, Hobbyradsportler ein Leben lang und heute stolze 75 Jahr alt. Geboren 1936 in Berlin, erlebte er als Kind die Kriegsevakurierung mit, kehrte aber nach Berlin zurück. Er erlernte den Beruf des Maurers, doch zu seinen ersten Aufgaben gehörte es, Ruinen abzutragen, bevor an den Neuaufbau gegangen werden konnte. An zahlreichen großen Berliner Baustellen wirkte Manfred Grützbach mit, so zum Beispiel an der „Kommode“, dem Roten Rathaus, dem Nicolai-Viertel, der Synagoge in der Oranienburger Straße oder dem Bettenhaus der Charitè. Hier hatte Manfred Grützbach auf Grund enormen Termindrucks das große Glück, dass eine für damalige Verhältnisse unübliche Investition getätigt wurde. Man schaffte ein 142.000 DM teures Gerät (damals ein Juwel) zur Verspachtelung von Gipsplatten an, dass neben Arbeitskräften auch Zeit sparte und nur von ihm bedient werden durfte. 49 Jahre lang arbeitete er im selben Betrieb, bis er im Jahr 2000 in den verdienten Ruhestand ging. Doch noch heute erinnern ihn bei Streifzügen durch die Stadt viele imposante Bauten an seine Schaffenszeit und lassen schon etwas Stolz in ihm aufkommen. Doch es war nicht nur die Arbeit, die Manfred Grützbach begeisterte. 1954 verschrieb er sich dem Radsport. Sein erstes Fahrrad, ein „Diamant“, kostete damals stolze 750 Ostmark und musste von ihm trotzdem erst noch modernisiert und aufgepeppt werden. Das tat er mit begehrten „Westteilen“, die er durch die Heirat seiner Cousine mit dem damaligen Befehlshaber von Berlin Tempelhof zur Verfügung hatte. Auch sonst ging es der Familie durch diese Verbindung in den Nachkriegsjahren recht gut. Nun, Manfred Grützbach jedenfalls fuhr Fahrrad, immer als Amateur, aber hochmotiviert. Von der Leistungsgruppe 4 schaffte er es in einem Jahr, sich in die Leistungsgruppe 1 vorzukämpfen. Dabei war Training immer erst nach der Arbeit möglich, auch wenn er als Leistungsträger zweimal wöchentlich einen halben Tag frei erhielt. Der Eintritt ins Rentenalter stoppte diese Aktivitäten nicht. Er stellte eine Mannschaft zusammen und nahm selbst mit 69 Jahren noch an Rundfahrten teil. Auch heute noch finden Ausfahrten statt, allerdings ohne den sportlichen Anspruch. Trotzdem treffen sich die älteren Radsportler jeden Montag zum Kraftsport und freuen sich über ihre Kontakte zu Sportlern aus DDR-Zeiten. Sein Zukunftswunsch: Recht alt werden und fit bleiben!
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