MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ingeborg Grübler
„Wir haben aus nichts was gemacht“
und Sohn Gottfried
Bäuerin
Meister für landtechnische Instandhaltung, Gesellschafter
Neckanitzer Str. 3
01623 Lommatzsch OT Neckanitz
Schaut Ingeborg Grübler aus Lommatzsch, Ortsteil Neckanitz, auf ihr langes Leben zurück, so erinnert sie sich voller Dankbarkeit an ihre Arbeit als Bäuerin und Köchin in der Landwirtschaft. Trotz der Kriegsjahre, die die heutige Witwe, Jahrgang 1928, erlebt hat, spricht sie von einer schönen Kindheit. „Wir haben sehr viel auf der Straße gespielt, haben gekreiselt, die Peitsche hatte unser Großvater gebaut“, blickt Ingeborg Grübler zurück, die mit einem Bruder in der elterlichen Landwirtschaft mit Gasthof aufgewachsen ist. Es herrschte viel Leben im Gasthof, der Männergesangsverein traf sich dort regelmäßig zur Singestunde und die Menschen waren nicht so hektisch wie heute, berichtet Ingeborg Grübler. Sie war verheiratet mit Karl (Landwirt, gestorben) und hat mit ihm vier Söhne. Gottfried (Werkstattleiter, Rentner) wurde 1951 geboren, Wolfgang 1953 (Geschäftsführer eines privaten Agrarunternehmens), Karl 1954 (gestorben) und Claus 1956 (Landwirt, Wiedereinrichter). Ingeborg Grübler besuchte von 1935-1943 die Schule und arbeitete nach der 8. Klasse zunächst in der elterlichen Landwirtschaft. Dann ging sie als Mamsell auf dem Rittergut in Stellung. Die meiste Zeit ihres Arbeitslebens verbrachte die Mutter, Oma und inzwischen auch längst Uroma, als Köchin bei der LPG. Ingeborg Grübler ist stolz auf ihre große Familie und glücklich, wenn alle gesund sind und Arbeit haben. Ihr ältester Sohn Gottfried sieht das genauso. Nach der 10. Klasse lernte er Maschinenbauer im Dämpferbau in Lommatzsch. Dort blieb er nach der Ausbildung ein Jahr, besuchte die Fachschule und stieg zwischenzeitlich beim Agrochemischen Zentrum (ACZ) ein. 1974 trat er in die LPG ein, machte 1978 seinen Abschluss als Meister für landtechnische Instandhaltung. Gottfried Grübler war einer, der im Neuererwesen mehrfach ausgezeichnet wurde. Seine Prüfung hatte er im Werkzeugbau abgelegt und sich aufs Drehen spezialisiert. „Wir haben zu DDR-Zeiten aus nichts was gemacht“, weiß der findige Tüftler. Heute beschäftigt sich der Rentner (seit Oktober 2015, noch Anteilseigner), der nach der Wende zusammen mit seinem Bruder Wolfgang und 21 Anteilseignern ein Agrarunternehmen mit Pflanzen- und Tierproduktion gründete, mit historischen Dingen. Er restauriert zum Beispiel alte Feuerwehrpumpen. Das hängt mit seiner langjährigen ehrenamtlichen Arbeit als Feuerwehrmann zusammen. 30 Jahre gehört er im Dorf dazu, davon war er zehn Jahre lang Wehrleiter. Gottfried Grübler, der auf insgesamt 46 Arbeitsjahre schaut, engagierte sich zudem als Gemeindevertreter und spielte aktiv Fußball. Seit den 1970er Jahren organisierte er Dorf- und Feuerwehrfeste in Neckanitz, um den Zusammenhalt der Menschen in seinem Heimatort zu fördern. Er lebt gern hier mit seiner Familie, fährt aber auch ebenso gern mit seiner Frau in Urlaub. Seine Eltern waren ihm stets Vorbild.