MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Jürgen Grundmann
…und immer wieder geht die Sonne auf
Kraftfahrzeugschlosser
Berufskraftfahrer
Hoyersdorf 22
09326 Geringswalde
Im mittelsächsischen Neuwallwitz, nur wenige Kilometer von seinem heutigen Wohnort Geringswalde entfernt, wurde Jürgen Grundmann 1947 geboren. Er wuchs mit zwei Brüdern auf, besuchte die Schule erst am Ort, dann in Schweikershain und schloss die 10. Klasse an der Polytechnischen Oberschule (POS) in Hilmsdorf ab. Zweieinhalb Jahre dauerte seine Ausbildung zum Kraftfahrzeugschlosser im nahen Waldheim. Doch hatte er schon im Hinterkopf, auf Berufskraftfahrer umzusatteln. Erste kurze Gelegenheit dazu fand sich im Schrotthandel einer Mittweidaer Firma, dann rief ihn gleich die Armee zum Pflichtwehrdienst. Zurück im Zivilleben begann er beim VEB Kraftverkehr Mittweida, wechselte jedoch zwei Jahre später zum privaten Fuhrunternehmer Ernst Jost. Hier steuerte er bis 1986 fast siebzehn Jahre lang einen LKW der Marke „W 50“ mit vielfältiger Fracht, aber vor allem beim Ausfahren von Flaschenmilch. Als er dann im VEB Sitzmöbelwerk Geringswalde einen Kleintransporter der Marke „B 1000“ lenkte, gehörten auch Personentransporte zu seinen Aufgaben. Als dieses Werk sich nach 1990 unter nun rein marktwirtschaftlichen Bedingungen als wenig rentabel erwies, war er in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) noch kurz für Aufräumarbeiten eingesetzt, konnte dann vom Arbeitsamt eine Ausbildung für das Führen von Baumaschinen bewilligt bekommen. Ein Praktikum fand – wiederum als ABM – beim Rat des Kreises statt. Nach Abschluss des Lehrgangs arbeitete er kurz für das Betonmischwerk in Mittweida, dann für einen Baubetrieb in derselben Stadt. Er arbeitete mit Radlader und Fahrmischer, wechselte 1994 zu einem in Wittgensdorf ansässigen Betonmischwerk. Er erlebte bei den unterschiedlichen Betrieben auch alle Formen der Unsicherheit, von Verzögerungen bei der Gehaltszahlung und nicht korrekt abgerechneten Überstunden bis zum Firmenruin. Seit dem Jahr 2008 ist er nun Rentner. Doch fehlt ihm schon seit dem Jahr 1999 der größte Schatz seines Lebens, seine Frau Margit, die er 1970 geheiratet hatte. Nun lebt er mit diesem herben Verlust allein im 1970 gekauften Haus. Freude bereiten die beiden Töchter Heike (1970 geboren) und Ines (1973) sowie die vier Enkel. Liebte er früher den Motorsport, fuhr mit der Familie zu den Rennen am Schleizer Dreieck, am Sachsenring in Hohenstein-Ernstthal oder sogar ins tschechische Brünn (Brno), genoss er später die Sonderfahrten mit Dampflokomotiven über die Bahnstrecken der Heimat, so ist es ihm immer noch eine große Freude mit seinem Fernrohr das Geschehen am Himmel zu beobachten, die Sonnenauf- und -untergänge, den Sternenhimmel.