MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rosemarie und Martin Gruschwitz
Lebensziele konsequent und mit Realitätssinn umsetzen
Ingenieurin für Bekleidungstechnik
Bauleiter
08496 Neumark
Rosemarie und Martin Gruschwitz sind seit 1976 in zweiter Ehe miteinander verheiratet. Rosemarie Gruschwitz hat zwei Kinder aus der ersten Ehe mitgebracht, die Tochter wird 1961, der Sohn zwei Jahre später geboren. Martin Gruschwitz hat eine Tochter aus erster Ehe, die im Jahr 1955 das Licht der Welt erblickt hat. Er bastelt gern an alten Autos herum, Rosemarie Gruschwitz entdeckt beim Bau des gemeinsamen Bungalows ihre Liebe zur Gärtnerei.
Geboren wird sie 1937 in Crossen, der Vater ist Klempnermeister und arbeitet später bei der Autofirma Horch als Karosserieklempner. Die Mutter ist selbstständige Schneidermeisterin, die Tochter sitzt mit ihrem Bruder schon mit vier Jahren auf dem Schneidertisch und sie hat sehr bald sehr viel Gefallen an dieser Arbeit. So ist es nur folgerichtig, dass sie nach dem Abschluss der Schule eine Lehre bei ihrer Mutter absolviert und bis 1956 bei ihr arbeitet. Später verschlägt es sie für zwei Jahre nach Köln, in die Bundesrepublik. Die Mutter holt sie zurück und sie findet eine Stelle in der Modellnäherei bei Quintett-Moden in Glauchau. Nach der Geburt der Kinder arbeitet. Rosemarie Gruschwitz im Bekleidungswerk Zwickau. Mit der Unterstützung des Betriebes qualifiziert sie sich und absolviert ein Frauensonderstudium. „Fünf Jahre bestanden nur aus Büffeln“, erinnert sie sich. In dieser Zeit lässt sie sich von ihrem ersten Mann scheiden, der dem Alkohol über die Maßen zusagt. Nach dem Studium arbeitet Rosemarie Gruschwitz als Ingenieurin für Bekleidungstechnik und entwickelt im Team technische Lösungen, um die Ideen der Designer umzusetzen. Diese Arbeit macht ihr sehr viel Spaß, sie arbeitet an neuen Projekten, lernt moderne, effektive Maschinen kennen und hat Kontakte zu westlichen Maschinenbaufirmen. Ab 1990 leitet Rosemarie Gruschwitz im Auftrag der Treuhand die Abwicklung eines Betriebsteils und erstellt die geforderte Bilanz. Dafür erhält sie, nach Prüfung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, eine sehr gute Beurteilung. Anschließend erhält sie eine Anstellung beim Liegenschaftsamt der Stadt Zwickau, wo sie Rückforderungen bearbeitet, was ihr auch so manche Anfeindung einbringt. Ende 1997 geht sie in den wohlverdienten Ruhestand. Doch Rosemarie Gruschwitz kann Müßiggang nicht ertragen, in den folgenden sieben Jahren arbeitet in Teilzeit bei einem Ingenieurbüro, bei dem sie sich sehr wohl fühlt.
Martin Gruschwitz wird 1924 geboren, nach dem Abschluss der Lehre als Maurer muss er noch in den Krieg ziehen. Hier ist er Kradmelder und geht nach dem Ende der Kampfhandlungen zu Fuß von Berlin nach Hause in seinen Heimatort Heinsdorf im Vogtland. Eine neidische Nachbarin, deren Mann noch im Krieg ist, zeigt ihn an, so dass er noch bis 1947 in Kriegsgefangenschaft u. a. Bad Kreuznach muss. Danach lebt Martin Gruschwitz zunächst in Westdeutschland, kehrt jedoch dann auf Bitte seiner Mutter nach Hause zurück und arbeitet hier als Tiefbauer im Straßenbau In diesem Betrieb ist er später als Fuhrparkleiter tätig und wird wiederum nach einigen Jahren Bauleiter. Seine Arbeit findet stets sehr viel Anerkennung. Er arbeitet bis zum 70. Lebensjahr.