MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Gerhard und Bärbel Gruhn
Beständigkeit in Beruf und Familie
Lokomotivschlosser, Waagenbauer
Bankkauffrau
Westring 8
04668 Grimma
Seit über fünfzig Jahren dauert die glückliche Partnerschaft von Bärbel und Gerhard Gruhn an, inzwischen in den „goldenen“ Jahren angekommen. Sie wurde 1942 in Grimma geboren. Die ersten Kindheitsjahre waren von der Abwesenheit des Vaters geprägt, der erst 1949 aus Kriegsgefangenschaft heimkehrte. Von 1949 bis 1959 besuchte sie die Schule, konnte eine dreijährige Lehre zum Bankkaufmann bei der Filiale der Deutschen Notenbank folgen lassen. Kurze Zeit arbeitete sie im Beruf, dann war die Familiengründung vorrangig. Als ihr endlich ein Kindergartenplatz in Aussicht war, konnte sie neue berufliche Ziele ansteuern. In der Zentralen Gehaltsstelle beim Rat des Kreises (später bei Umstrukturierungen dem Rat des Bezirkes zugeordnet) fand sie im Bereich Lohnrechnung nun für Jahre ihr wichtiges Betätigungsfeld, von Zuverlässigkeit und Exaktheit geprägt. 1996 ging sie aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand.
Als beide als Betreuer auf einer Bastelstraße zum Kindertag eingesetzt waren, hatte sie ihren Mann Gerhard kennengelernt. 1963 wurde geheiratet, 1963 kam Tochter Steffi, 1966 Tochter Katrin zur Welt. Zu den beiden Töchtern haben sich inzwischen zwei Enkelkinder gesellt. Gerhard Gruhn, 1939 in Hohnstädt (seit 1952 Ortsteil von Grimma) geboren, lernte seinen Vater gar nicht kennen, denn dieser kehrte aus dem Krieg nicht zurück. Die Mutter lebte von Heimarbeit, da musste er als Junge mit zupacken. Acht Jahre besuchte er die Hohnstädter Schule, war bei „Aufbau Hohnstädt“ in seiner Jugend auch fußballerisch aktiv. Dann gedachte er, Lokomotivführer zu werden. Grundlage dazu sollte eine Lehre beim Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) in Engelsdorf bei Leipzig werden. Zwei Jahre wurde er zum Betriebsschlosser ausgebildet, ein Jahr dauerte die Spezialisierung zum Lokomotivschlosser. Zwar durfte er auch die Fahrt mit der Dampflok probieren, aber der Kohlenmonoxid-Ausstoß war seiner Gesundheit nicht zuträglich. Da er sich weigerte, freiwillig Dienst bei den bewaffneten Organen zu leisten, wurde er von den Lokomotiven in die Abteilung für Waggons versetzt. Da entschloss er sich, zumal da sich so Arbeit in Grimma fand, zur Waagenfabrik zu wechseln, mit einer Umschulung zum Waagenbauer verbunden. Der Grimmaer Betrieb war auf den Service spezialisiert, vor allem der großen Getreidewaagen, die in Oschatz und Radebeul produziert wurden. So war Gerhard Gruhn zwecks Reparatur viel auf Montage unterwegs. 1996 ging er in Rente.