MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Margitta Grunert
Kreativität und keine Spur von Einsamkeit
Lehrerin
07546 Gera
Für die Gestaltung ihres Lebens und ihrer Freizeit kann nur ein Wort zur Geltung kommen – Kreativität. Ihr Einfallsreichtum kennt keine Grenzen und die Ergebnisse dessen sind Unikate einzigartiger Schönheit.
Geboren wurde Margitta Grunert am 24.02.1940 in Profen bei Zeitz. Ihr Vater – Melkermeister – arbeitete an unterschiedlichsten Orten. So blieb der Tochter häufiger Schulwechsel nicht erspart. Leider gestaltete sich auch das Verhältnis zur Mutter eher schwierig.
Eigentlich wollte sie Ärztin werden, doch umständehalber verzichtete sie auf ihren Platz an der Erweiterten Oberschule. Um häuslicher Enge zu entgehen, entschied sie sich für einen Aufenthalt im Köthener Internat und widmete sich ihrem Lehrerstudium – im Nachgang betrachtet, eine exzellente Alternative.
Die junge Pädagogin begann ihr Berufsleben in Beutha. 1960 heiratete sie ihren Fritz – bei der Wismut tätig im Bergbau. Sie zog nach Gera und schenkte drei Kindern das Leben. Leider verstarb ein Sohn aufgrund eines Herzfehlers.
Doch Margitta Grunert zog ihre Bahnen, lehrte an verschiedenen Schulen und vervollkommnete ihre Laufbahn an der 19. Schule. Nicht nur baute sie diese Bildungseinrichtung mit auf, sondern leitete sie als stellvertretende Direktorin. Bekannt als Russischschule – Sprachunterricht wurde ab Klasse 3 erteilt – entwickelte Margitta Grunert gemeinsam mit ihren Kollegen ein Vorzeigeobjekt besonderer Güte. Zahlreiche Delegationen besuchten die Schule.
Sie koordinierte diese Visiten, lehrte auch weiterhin, zeichnete mit 60 Arbeitsgemeinschaften verantwortlich für den außerschulischen Bereich und kooperierte eng mit dem Patenbetrieb, der Wismut, der den Freizeitbereich der Schüler großzügig unterstützte. Darüber hinaus gründete sie für Eleven ab Klasse 8 einen Schulclub und engagierte sich bis zur Wende auf bemerkenswerte Weise.
Zeitgleich mit der deutschen Vereinigung erkrankte sie derart schwer, dass Invalidität nicht zu entgehen war. Mit dem Mut der Verzweiflung sagte sie sich: „Das kann es doch nicht gewesen sein!“ Für viele Jahre schloss sie sich einer Umweltgruppe an, leitete Projekte und referierte an Schulen zum Umweltschutz.
Später pflegte sie ihre Mutter, anschließend ihren Mann, welcher 2011 leider verstarb.
Als Familienmensch genießt sie die Zeit mit ihren Töchtern Sabine und Kathrin sowie drei Enkelsöhnen – eine Familie, die stolz macht.
Ein überaus großer Freundeskreis befruchtet, denn: „Einsamkeit macht alt und krank!“ Und davon ist Margitta Grunert meilenweit entfernt.