MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Horst Großmann

Wenn Schicksal und Glück sich berühren

Horst Großmann

Dreher
04626 Schmölln

Geboren wurde Horst Großmann 1932 im niederschlesischen Waltersdorf. Sein Vater arbeitete auf einem Bauerngut und verstarb schon 1942. Der Sohn ging nur ein paar Jahre zur Schule, denn es herrschte Krieg. Als im Frühjahr 1945 die Waffen endlich schwiegen, war der Schrecken für die Familie noch nicht vorbei. „Meine Mutter, meine sechs Geschwister und ich mussten innerhalb kurzer Zeit unsere Heimat verlassen. Wir wurden vertrieben. Um einige Sachen mitnehmen zu können, suchten wir nach Pferden und einen Wagen. Kurz vor der Neiße raubten Russen und Polen unser Hab und Gut, so dass wir nur mit einem Handwagen weiterzogen. Nach Wochen der Erschöpfung und Angst kamen wir schließlich in Storbeck an, einem kleinen Ort in der Nähe von Neuruppin. Kurze Zeit später verstarb mein kleinster Bruder im Krankenhaus. Danach holte der Tod unsere Mutter“, erinnert sich Horst Großmann. Doch wie sollte es weitergehen? Horst Großmanns Wunsch war, Elektriker zu werden. Weil er ziemlich klein war, klappte das jedoch nicht. Stattdessen lernte er Dreher. Um die Maschinen bedienen zu können, stellte man ihm sogar ein Podest zur Verfügung. „Da ich in dem Beruf nicht gerade viel verdiente, folgte ich 1952 dem Aufruf der sowjetisch-deutschen Aktiengesellschaft WISMUT, im Uranbergbau zu arbeiten. Zunächst war ich Dreher über Tage. Ich wollte aber unbedingt in den Bergbau. Extra wegen mir wurde zum ersten Mal eine Drehbank in den Schacht von Schmirchau hinuntergebracht“, freut sich Horst Großmann noch heute. Später absolvierte er Lehrgänge zum Schlosser und Schweißer. Bis 1985 war er mit dem Abbau von Uran beschäftigt. Weil seine Frau Edith, Kindergärtnerin von Beruf, erkrankte, hing er die Grubenlampe an den Haken und arbeitete als Handwerker bei der Handelsorganisation (HO) in Schmölln. Nach der Wende wollte sich Horst Großmann ein wenig im Schlüsseldienst nützlich machen. Doch dafür wäre er zu alt, lautete die Ablehnung. Stattdessen baute er sein Haus aus. Weil Edith Großmann bereits 2012 verstarb, spenden ihm jetzt die Kinder Veronika, eine Krankenschwester, Frank, ein Metallfacharbeiter, fünf Enkel und drei Urenkel Trost. Denn sich wohl zu fühlen, bedeutet für Horst Großmann Glück. Gleichgültigkeit und Unordnung ärgern ihn. Optimismus und ein freundliches Auftreten mag er an anderen Menschen. Noch etliche Jahre genießen zu können, wünscht er sich am meisten.
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