MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gisela Grobe

Ein Leben mit Freud und Leid

Gisela Grobe

mit Kater Flocke
Zwirnerin
Heinrich-Mauersberger-Ring 21 a
09212 Limbach Oberfrohna
Fon: 03722 / 7939766

Das Mädchen Gisela wurde 1948 in Chemnitz als erstes Kind einer Spulerin und eines Drehers geboren. Später kamen noch zwei Brüder zur Welt. 1956 eingeschult (täglicher Schulweg 40 Minuten zu Fuß bei Wind und Wetter!), hätte sie eigentlich, nach Änderung der Schulpflichtzeit von acht auf zehn Jahre, bis 1966 die Schulbank drücken müssen. Doch die Eltern stellten den Antrag auf Entlassung aus der 8. Klasse, weil das Familienbudget bei drei Kindern knapp war und die Tochter schnell ins Verdienen kommen sollte. Für Gisela bedeutete das, ihren Berufswunsch Friseurin nicht erfüllt zu bekommen, weil dort der 10-Klassen-Abschluss für einen Lehrvertrag Voraussetzung war. Doch andererseits wollte auch sie schnell die eigene Unabhängigkeit erreichen, denn das Verhältnis zur dominanten Mutter war angespannt und die strengen Strafen bei geringsten Verstößen gegen deren Weisungen wollte sie nicht immer hinnehmen. Sie nahm sich vor: „Deine Kinder erziehst du einmal anders....“ und hatte nach der späteren Geburt ihrer Kinder Steffi (geb. 1973, Sonnenschutztechnikerin) und Sven (geb. 1986, Einzelhandelskaufmann, Wirtschaftsabitur, Bachelor ) dann auch die Gelegenheit dieses Vorhaben umzusetzen. „Taschengeld kannten wir Kinder nicht, für Kinobesuche erhielt ich keinen roten Heller...“ berichtet sie vom strengen Regime zu Hause und davon dieses durch die Heirat mit ihrem Mann Bernd Grobe (Textilfacharbeiter) 1969 hinter sich gelassen zu haben. Zuvor hatte sie eine zweijährige Lehre in einer Textilfabrik zur Zwirnerei durchlaufen. Wegen des Zweischicht-Systems und den damit verbundenem Fahraufwand wechselte sie den Betrieb, arbeitete nun in einer Textildruckerei. Zwei Jahre körperlich extrem schwere Arbeit beendete sie mit erneutem Arbeitsstellenwechsel zum VEB Groma und drei Jahren Tätigkeit in Heimarbeit um den familiären Erfordernissen Rechnung tragen zu können. In der Abteilung Gütekontrolle einer Feinwäschefabrik erlebte sie die Wende, den Stellenabbau und die eigene Kündigung 1989. Sie hatte die gesellschaftlichen Umbrüche eigentlich sehr begrüßt und große Erwartungen daran geknüpft. Nun lernte sie in drei Jahren Arbeitslosigkeit die Schattenseiten der neuen Gesellschaftsform kennen. Doch 1993 hatte ihre Bewerbung in der Firma Warema Erfolg. Sie musste allerdings dabei hinnehmen „als fahrendes Volk“ zu fungieren und außerhalb (Marktheidenfeld) zu arbeiten. Diese große Herausforderung meisterte die Familie gemeinsam, wobei insbesondere Tochter Steffi viel Verantwortung übernahm und zum Gelingen beitrug. Eine Betriebserweiterung gestattete Gisela Grobe nach vier Monaten arbeitsmäßig in Wohnsitznähe zurückzukehren und hier bis zum Jahr 2000 beschäftigt zu bleiben. Dann führten gesundheitliche Probleme und folgende Einschränkungen zum Ende der Berufstätigkeit. Indessen ist sie Rentnerin und genießt die freie Zeit mit Freunden, guten Bekannten, Kindern und mit den Enkeln. Sie blickt stolz auf ihr bisheriges Leben zurück. Darauf durchgehalten zu haben, sich durchgeboxt zu haben und alle Herausforderungen erfolgreich gemeistert zu haben. Es war nicht immer einfach, doch die ist ein humorvoller Mensch dem Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und Fairness wichtig sind. Basteln, kochen, backen bereichern ihren Alltag. „Mal einen schönen Urlaub machen, der letzte liegt 10 Jahre hinter mir....“ sagt sie, nach einem großen Wunsch befragt. Und vielleicht klappt es ja nochmal mit einem Trip nach Dänemark!
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