MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Sonja Groß

„Was du zu müssen glaubst., ist was du willst.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sonja Groß

Bernhardistr. 10
04838 Eilenburg
Fon: 03423 / 7299048

„Ich bin von klein auf tierlieb gewesen“ berichtet die 1955 in Eilenburg geborene Sonja Groß und deshalb auch nach Abschluss der 10. Klasse die Lehre zur Zootechnikerin Rinderzucht in einer LPG absolviert zu haben. Bis zur Wende arbeitete sie im Beruf. Mit ihrem ersten Mann hatte sie jemanden kennengelernt, der ihre Leidenschaft für Tiere und die Landwirtschaft teilte. Er stammte aus ländlicher Region und war von Beruf Rinder- und Schweinezüchter. Mit ihrem zweiten Mann Siegfried erwarb sie ein altes Bauerngrundstück am Rande von Eilenburg und sie wirtschafteten hier nebenher privat. Sonja Groß lacht und erzählt wie das damals war. „So manches gab es nicht in der DDR. Doch man konnte vieles tauschen. Da konnte es schon vorkommen, dass Gänse zu Heizkörpern wurden. Das kann sich heute gar keiner mehr vorstellen!“ Auch für einen kleinen Zuverdienst zum nicht so üppigen Lohn war ein wenig privat zu wirtschaften gut. Noch besser war es aber für die in erster Ehe geborenen Kinder Anja (geb. 1978, selbstständiger Familienbetrieb / Eisenflechterei) und Tino (geb. 1981, Hauswirtschaftler), die in der Natur (am Rand der Muldenaue) und mit Bezug zu Tieren aufwachsen konnten: Der reinste Abenteuerspielplatz! Leider hielt die erste Ehe nur fünf Jahre. Die junge Frau fand neues Glück, heiratete 1985 Siegmar Groß, der ebenfalls gelernter Rinder- und Schweinezüchter ist. Die Kinder Katharina (geb. 1986, Verkäuferin), Anna-Maria (geb. 1987, Verkäuferin) und Florian (geb. 1993, Student Lehramt / Gymnasiallehrer) bereicherten bald die Familie. Sonja Groß unterbrach ihre körperlich schwere Arbeit für Zeiten der Schwangerschaften, Erziehung und Kinderbetreuung). Im Zuge der Wende wurde die LPG Anfang der 90-er Jahre aufgelöst. Sonja Groß musste sich neu orientieren. Sie wechselte in einen privaten Landwirtschaftsbetrieb, arbeitete im Schweinestall weiter. Ehemann Siegmar arbeitete ein Jahr bei einer Zeltbaufirma und dann ebenfalls in einem Landwirtschaftsbetrieb – bis zu seiner Erkrankung und dem damit verbundenen vorzeitigen Ruhestand. Sonja Groß berichtet von der Besonderheit ihres Berufes: Tiere müssen immer versorgt werden. Das bedeutete unübliche Arbeitszeiten und keine Rücksicht auf Feier- oder Festtage. Doch sie hat sich daran gewöhnt, ihren Beruf immer gerne ausgeübt. Noch heute hilft sie stundenweise im Schweinestall aus. Mehr geht nicht, denn ihr Mann bedarf ihrer Pflege und Fürsorge. Der Umzug in eine zentral gelegene und geräumige Wohnung hilft, weiter am sozialen Leben teilnehmen zu können. Der Aufenthalt von Siegmar Groß in der Tagespflege gestattet Sonja Groß auch eigenen Interessen nachgehen zu können und selbst Kraft zu tanken für ihre verantwortungsvollen Betreuungsaufgaben. „Ich bin ziemlich sozial eingestellt, ich helfe allen....wir schaffen alles....“ berichtet sie bescheiden von all dem. An Stelle des Gartens ist nun der Balkon getreten und Spaziergänge in der Natur ersetzen das Leben in ländlicher Region. Die Freizeit verbringt sie am liebsten mit der Familie und freut sich, dass alle Kinder in der Nähe geblieben sind. Familienfeste sind immer ein Höhepunkt und die vier Enkelkinder aufwachsen zu sehen macht sie glücklich. Nun noch lange gesund bleiben, dann ist alles gut....
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