MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Axel Große

Mit sich selbst und anderen Menschen im Reinen sein

Axel Große

Bildungsreferent am ev. Augustinerkloster zu Erfurt
99084 Erfurt

Axel Große wird 1966 in Meißen geboren, schließt die Schule 1984 mit dem Abitur ab. Nach dem Wehrdienst will er entweder Pädagogik, Biologie oder Chemie studieren, auch der Beruf des Schauspielers reizt ihn. Doch er verweigert die Unterschrift unter die Verpflichtung, Reserveoffizier zu werden, so dass ein Studium unter den damaligen Verhältnissen in der DDR für ihn nicht mehr in Frage kommt. Durch die Vermittlung seiner Frau bekommt er einen Job bei der Wasserwirtschaft in Dresden. Sein Betrieb delegiert ihn zum Studium der Wasserwirtschaft nach Magdeburg. Axel Große engagiert sich dort in der Arbeit mit Schwulen und Punks in der offenen Arbeit der ev. Kirche und ist einer der Mitbegründer des Neuen Forums. Bei dieser Gelegenheit lernt er auch einen Bekannten aus dem Westen kennen. Am 9. November 1989 fällt die Mauer. Axel Große will nun endlich einmal das tun, was ihm liegt. Er siedelt im Oktober 1990 nach Trier um, wo auch sein Bekannter lebt und studiert auf dessen Anraten Politikwissenschaft und Soziologie an der dortigen Universität. Er interessiert sich vor allem für die Geschichte der Nazizeit und der DDR, Diktaturforschung wird für ihn zu einem Steckenpferd. Im März 1999 fängt er als pädagogischer Mitarbeiter im ehemaligen Stasi-Knast Bautzen II an. Nach der Probezeit wird er wieder entlassen, er hat sich mit der Chefin überworfen, die ehemaligen Stasi-Mitarbeitern mehr glaubt, als den Opfern. Axel Große arbeitet dann freischaffend in allen möglichen Jobs, findet auch Kontakt zu kirchlichen Verbindungen und tritt 2008 in die Evangelische Kommunität St. Georgs-Bruderschaft ein. Zehn Jahre vorher war er im Westen aus der Kirche ausgetreten. „Ich habe hier eine LINKE kennengelernt, die noch radikaler war, als die FDJ in der DDR. Als ich auf einer Veranstaltung auf die politischen Gefangenen in der DDR verweisen wollte, wurde ich in rüdester Weise des Saales verwiesen“, erzählt Axel Große nicht ohne nachträgliche Bitterkeit. Auch deshalb würde er das Jahr 1989 gern noch einmal wiederholen. Er engagiert sich für die Erfurter Wohnstätte von Martin Luther, die Erfurter Georgenburse, in dem dieser als Student gelebt hat und erarbeitet ein Konzept für die Nutzung dieses Hauses. Seit dem 31. Oktober 2010, dem Reformationstag, wohnt Axel Große auch direkt in dem Haus. Am selben Tag unterschreibt er seinen Arbeitsvertrag und ist nun Bildungsreferent am ev. Augustinerkloster zu Erfurt. Er führt bis zu 3.500 Schüler im Jahr durch das Kloster. Nebenbei leitet er das Projekt „DenkWege zu Luther“ der Evangelischen Akademie Thüringen. Die Ehe von Axel Große ist bereits geschieden. Der 28-jährige Sohn studiert in Freiburg, die beiden Töchter studieren in Potsdam Psychologie beziehungsweise in Dresden Betriebswirtschaft. Neben seiner angespannten beruflichen Tätigkeit engagiert sich Axel Große als Geschäftsführer des Freundeskreises Georgenburse Erfurt e.V. und ist Vorsitzender des Bonhoeffer-Haus e.V.
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