MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ulrike und Gerhard Grießbach
Zwei einfache Leben in bewegten Zeiten
Postangestellte
Starkstromanlagenmonteur
Waldheimer Str. 27
09648 Mittweida
Fon 03727 / 601882
Die Postangestellte Ulrike Grießbach und ihr Mann, der Elektromonteur Gerhard, sind seit 1973 verheiratet. Zur Familie gehören die Tochter Anja, eine gelernte Bürokauffrau und die zwei Jahre später geborene Tochter Kerstin, die 1976 zur Welt gekommen ist und den Beruf einer Industriekauffrau erlernt hat. Außerdem freuen sich Ulrike und Gerhard Grießbach über die drei Enkelkinder.
Ulrike Grießbach wird 1948 in Bärenwalde bei Zwickau geboren und wächst in Süßenbach bei Freiberg auf. Der Vater ist Magazinverwalter, die Mutter Hausfrau, sie arbeitet bei den Schwiegereltern in der Landwirtschaft mit, später arbeitet sie in einer Papierfabrik. Die Großmutter betreibt ein Geschäft, die Enkelin träumt daher schon sehr früh davon, später einmal selbst hinter dem Ladentisch stehen zu können. Während der achtklassigen Schulzeit in Weißenborn lernt Ulrike Grießbach noch die klassische Dorfschule kennen. Nach deren Ende arbeitet sie im Armaturenwerk in Freiberg und erlernt an der Abendschule den Beruf einer Industriekauffrau. Dieser Abschnitt ist für sie die beste Zeit ihres Berufslebens, bis heute trifft sie sich noch mit ehemaligen Kolleginnen von damals. Im Jahr 1978 zieht die junge Mutter mit ihrem Mann nach Mittweida, bleibt drei Jahre zu Hause und ist ab 1982 drei Jahre halbtags als Bürokraft beim Kreisvorstand des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) tätig. Anschließend arbeitet sie fünf Jahre als Industriekauffrau in einer Lederfabrik und verdient ab 1990 als Postzustellerin erstmalig in ihrem Leben richtig Geld, wie sie sagt.
Gerhard Grießbach wird durch das Vorbild seines Vaters dazu angeregt, den Beruf eines Elektromonteurs zu erlernen. Ab 1955 ist er Funkmechaniker bei der Kasernierten Volkspolizei (KVP) und später bei den Luftstreitkräften der Nationalen Volksarmee (NVA). Danach geht er „auf Montage“ und montiert mit seinen Kollegen Starkstromanlagen im Eisenhüttenkombinat Ost (EKO), im Chemiefaserwerk Premnitz oder in zahlreichen Papierfabriken. Vom März bis September 1989 ist er in einem Walzwerk in der Bundesrepublik eingesetzt, bekommt erste Eindrücke von der westlichen Welt und vor allem eine Menge Aufträge von daheim, was er mitbringen soll. Da seine Auslöse in Westgeld ausgezahlt wird, kann er viele der Wünsche erfüllen. Im Zuge der gesellschaftlichen und vor allem wirtschaftlichen Umbrüche wird sein Betrieb von der Firma Siemens übernommen, die Einsätze sind nun europaweit, wobei ein Einsatz jetzt auch ganz sporadisch angeordnet werden kann. Seit einigen Jahren genießen die Grießbachs ihr Rentnerleben im Kreise der Familie in der Heimatstadt Mittweida an einer besonders schönen Ecke mit direktem Blick ins Grüne. Sie freuen sich immer wieder über den Zusammenhalt und den Frieden in ihrer Familie.