MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Angela Groh

Vogtländisches Kümmelfleisch mit Stil

Angela Groh

Inhaberin „Historischer Gasthof Ruderitz“
Ortsstr. 8
08538 Weischlitz OT Ruderitz
Fon: 037433 / 18705
Internet: www.gasthof-ruderitz.de

Die Grenzöffnung hatte für viele Menschen sehr unterschiedliche Erlebnisse parat. Viele stürmten förmlich in die alten Bundesländer. Nicht so Angela Groh und Ehemann Uwe (beide geboren 1958). Die Wanderfreunde freuten sich viel mehr, endlich die Gelegenheit zu haben das ehemals unzugängliche – weil Grenzgebiet – Burgsteingebiet zu ergründen. Die Faszination, die aus den Erzählungen der Großeltern über dieses Gebiet bereits in ihnen schlummerte, fand Bestätigung im Entdecken unberührter Natur, Artenreichtum und dem Flair von Verwunschenem, Einmaligem. Sie entdeckten die Ruine eines Fachwerkhauses mit einem nebenstehenden Jugendstilsaal, angeboten zum Verkauf und doch verwaist, weil sich niemand fand, um einer solchen Ruine Zukunft zu geben. Doch das Interesse der Grohs, ihre Vision war geweckt. Der Vorschlag von Uwe Groh zum Kauf des Hauses schreckte Angela Groh zuerst trotzdem ab. Gerade hatte die Familie ein anderes Haus um- und ausgebaut, die finanziellen Anforderungen dabei bewältigt. Und nun von vorne anfangen? Das schien unmöglich. Doch ein erneuter Besuch der Ruine bei Sonnenschein und warmer Temperatur, ließ das Projekt auch sonnig warm erscheinen und 2002 war die Entscheidung, das Haus vorwiegend in Eigenleistung zum Familienwohnsitz auszubauen, gefallen. Was so begann, mauserte sich zu einer komplexen Aufgabe, mit Denkmalschutzauflagen, Fördermittelzuschüssen, aus der letztendlich Wohnhaus (Einzug 2005) und Arbeitsstätte wurde. Der gelernte Rundfunkmechaniker Uwe Groh betreibt von hier aus seine selbstständige Tätigkeit in der Antennenbautechnik, die ausgebildete Erzieherin und Kindergartenleiterin Angela Groh, im Zweitjob den historischen Gasthof (Eröffnung 2006). Das große öffentliche Interesse an dem historischen Gasthof während der Bauphase hatte zu dem Entschluss geführt, diesen wieder zu eröffnen. Angela Groh übt weiter ihren Erzieherberuf aus, denn sie macht ihre Arbeit gern, wie sie erzählt. So ist die Gaststätte für die Gäste an den Wochenenden geöffnet. Es ist Erlebnisgastronomie, was hier geboten wird. Nicht nur die vogtländische Küche verwöhnt, sondern auch der Bauerngarten, das Rosarium (ca. 180 Rosenstöcke), die Vogelvoliere und Galerie (wechselnde Kunstausstellungen) laden zum Verweilen und Entspannen ein. So vereinen sich Kunst, Natur und Esskultur ideal und wer das ganze länger genießen will oder als Wanderer auf dem Kammweg unterwegs ist, kann die vorhandene Ferienwohnung buchen. Ein Back- und Räucherhäuschen ist noch Idee, wie auch andere Dinge, die natürlich die Pflege und Werterhaltung des Geschaffenen nicht beeinträchtigen dürfen, erzählt Angela Groh. Tochter Juliane trifft man, in der Gaststätte helfend, mit an. Als Kunsthistorikerin schätzt sie, was die Eltern als Kleinod für die Region geschaffen haben.
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