MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dr. med. Ursula Große
Alles was dem Leben dient, will ich unterstützen …
Fachärztin für Allgemeinmedizin
Zeigerheimer Weg 22
07422 Bad Blankenburg
Fon: 036741 / 3133
…..was dem Leben schadet, mache ich nicht (mit). Eine Einstellung, die Ursula Große verinnerlicht hat. Geboren wurde sie 1934 in Schönebeck/Elbe und dort auch eingeschult. Doch die Kriegsereignisse führten ihre Mutter mit den Kindern nach Bad Blankenburg zu deren Vater, der hier ein Unternehmen hatte und die Familie aufnahm. Sie setzte den Schulbesuch hier fort, wechselte später an die Oberschule nach Rudolstadt und legte dort 1953 – gerade in der Zeit dramatischer Geschehnisse – das Abitur ab. Anschließend studierte sie an der Friedrich- Schiller- Universität (FSU) sechs Jahre Medizin. Nach dem Staatsexamen folgte eine zweijährige Pflichtassistenzzeit am Krankenhaus Blankenhain. Die Facharztprüfung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin bestand Ursula Große im Herbst 1962. Bereits Anfang des Jahres hatte sie eine neu eröffnete Staatliche Arztpraxis in Tannroda übernommen. Durch die Heirat ihres Ehemannes Ludwig kam sie in diesen Ort, der hier eine Pfarrstelle hatte. Neben der Praxisarbeit war sie gleichzeitig als Schulärztin im Südkreis Weimar tätig. Ende der 60er Jahre promovierte Ursula Große zum Dr.- med. an der FSU. Auf Grund der Versetzung ihres Mannes nach Saalfeld musste sie in Tannroda 1970 die Arbeit aufgeben. Nach dem Umzug arbeitete sie am neuen Wohnort als Betriebsärztin im Betriebsambulatorium des VEB Carl Zeiss Jena, BT Saalfeld. 1981 wechselte sie in die Staatliche Arztpraxis Bad Blankenburg, Fröbelstr.6. Die Mutter war verstorben und es bestand die Möglichkeit das elterliche Haus zu übernehmen. Doch um Zuzug in die Stadt zu bekommen, musste man hier auch Arbeit nachweisen können. Zunächst bewohnte sie einige Jahre allein einen Raum, wieder in dem Haus, das bereits früher ihre Heimat gewesen war, bevor die Familie dann später endlich das komplette Anwesen nutzen konnte. Die mit der Wende eingeleiteten Veränderungen im medizinischen Bereich führten auch zur Auflösung der Staatlichen Arztpraxen. Ursula Große konnte ihre von der Stadt übernehmen und nun als niedergelassene Ärztin betreiben. 2002 gab sie diese an eine Kollegin weiter und ging in den Ruhestand. In der Umbruchzeit begann sie sich auch kommunalpolitisch zu engagieren, wurde 1990 zur Stadträtin als Parteilose gewählt und war achtzehn Jahre im Amt, in dieser Zeit bis 2002 auch Vorsitzende des Sozialausschusses. In dem Jahr sollte das Freibad im Herbst endgültig geschlossen werden. Deshalb gründete sie den „Verein zur Förderung des Sports ..... durch Erhaltung des Freibades“ und ist seitdem dessen Leiterin. Der Ehemann von Ursula Große studierte Theologie an der FSU, arbeitete als Pfarrer in Tannroda und wurde später zum Superintendenten des Grenzkreises Saalfeld berufen. Kurz vor der Grenzöffnung wählte ihn die Synode der Ev.- Luth. Kirche in Thüringen zum Dezernenten für Ausbildung und Erziehung im Thüringer Landeskirchenrat. Inzwischen ist er emeritiert. Seit 1958 stand er unter aktenkundiger Kontrolle des MfS. Seine persönlichen Erfahrungen veranlassten ihn, nach intensiven Recherchen „zum Verhältnis von Kirche und Staatssicherheit im Spiegel gegensätzlicher Überlieferungen“ das Buch „Einspruch“ zu verfassen. Ursula und Ludwig Große haben vier Kinder, denen zu DDR- Zeiten der Oberschulbesuch verwehrt wurde, die aber dennoch ihren beruflichen Weg gefunden haben. Zur Familie gehören inzwischen auch 12 Enkel und eine Urenkelin, auf die beide sehr stolz sind. Ursula Große liest gerne und geht täglich ins Freibad, um zu schwimmen oder mit Gleichgesinnten zu entspannen und so in der Vereinsarbeit auch Präsenz zu zeigen.