MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Karl Grimm
„Einmal Kosmonaut sein und zum Mond fliegen können!“
Polizeibeamter i. R.
07950 Zeulenroda-Triebes
Dass er einstmals eine derart steile Karriere hinlegen würde, hat sich Karl Grimm, geboren am 13.03.1929 in Dörtendorf, in jungen Jahren wahrscheinlich nicht träumen lassen. Heute ist er stolz auf seinen beruflichen Werdegang, auf seine Familie und ebenso auf den Umbau seines schönen Häuschens.
Aufgewachsen in Staitz, erwarben seine Eltern später ihr Haus in Merkendorf, wo der kleine Karl die Schule besuchte, mit Klasse 8 abschloss und später die 10. Klasse nachholte.
Ab 1943 absolvierte er eine Lehre zum Schriftsetzer und sein Facharbeiterzeugnis bescheinigte ihm sehr gute Leistungen.
Bis 1947 im Unternehmen tätig, führten Papier- und Arbeitsmangel in die Entlassung.
Daraufhin wechselte Karl Grimm bis 1948 als Weber an die Jutespinnerei Triebes und wurde danach für weitere 3 Jahre Vermessungsgehilfe an der Weidatalsperre.
Seine nächste und quasi letzte Station führte ihn 1953 zur Volkspolizei, Abteilung Feuerwehr.
Als die Feuerwehr aufgelöst wurde, blieb er bei der Polizei, begann mit Streifendienst und ging seinen Pflichten als Abschnittsbevollmächtigter nach.
Nebenbei widmete er sich über Fernstudium einem Fachschul- wie einem Hochschulstudium, erreichte den Dienstgrad des 1. Offiziers und schied 1990 als Major aus jahrzehntelangem Berufsleben aus. Zwischenzeitlich jedoch avancierte Karl Grimm zum Leiter „Versorgung“ – eine Stellung, die bei schlechter Versorgungslage den ganzen Mann forderte.
Nochmals aufgestiegen zum Stabschef, forderte ihm auch diese Position alles ab, doch Karl Grimm meisterte jede Hürde mit Bravour und möchte keine Station missen.
Bis zur Berentung begab er sich in den Vorruhestand, hat allerdings zu ehemaligen Kollegen noch heute Kontakte.
Er schoss und angelte gern, kümmerte sich um seinen Schrebergarten und gilt noch immer als leidenschaftlicher Autofahrer, der sein Fahrzeug auch inbrünstig pflegt.
1955 heiratete er Ehefrau Erika, die 2008 leider verstarb. Ihr jahrelanges Krankenlager verlangte ihm bei der häuslichen Pflege viel Energie und einen hohen Kräfteaufwand ab, oft täglich bis zu 24 Stunden. Spätes Glück fand er nochmals in seiner heutigen Lebensgefährtin. Sie war ebenfalls als Zivilkraft bei der Polizei beschäftigt und ist, wie Karl Grimm schmunzelnd ergänzt, die beste Köchin des Jahrhunderts.
In jungen Jahren spielte er in einer Tanzkapelle Schifferklavier und gern besucht das Paar Musikveranstaltungen. Auch das nachbarschaftliche Verhältnis kann besser nicht sein.
Nach seinem größten Traum befragt, hat er den Schalk im Nacken: „Einmal Kosmonaut sein und zum Mond fliegen können. Nein, im Ernst. Das größte Glück ist Gesundheit!“