MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Marlis und Karl-Heinz Graser

Im Wandel behauptet

Marlis und Karl-Heinz Graser

Industriekauffrau, Steuerfachgehilfin
99894 Leinatal OT Leina

Den kleinen Ort Leina (am Nordostrand des Thüringer Waldes) kennt Marlis Graser seit ihrer Geburt 1946. Die Familie, in der sie mit einem älteren Bruder aufwuchs, war von der Landwirtschaft geprägt. Nach acht Schuljahren im Ort wechselte sie an die Salzmannschule in Schnepfenthal (damals Erweiterte Oberschule), um 1964 das Abitur abzulegen. Tag für Tag ging es mit der Thüringer Waldbahn in die sonst als Internatsschule angelegte Bildungseinrichtung. Nach dem Abschluss begann sie eine Lehre als Industriekaufmann im VEB Gummikombinat Thüringen in Waltershausen, die für die Abiturientin nur eineinhalb Jahre dauerte, während ihr zukünftiger Mann Karl-Heinz (Heirat 1965) gleichzeitig sein Ingenieurstudium in Schmalkalden absolvierte. Bereits 1965 kam die Tochter Antje zur Welt. Marlis Graser blieb wegen der Kindererziehung (1969 folgte Sohn Tino, 1971 Tochter Berit) acht Jahre zu Hause, übernahm gelegentlich Heimarbeit für das Traktorenwerk, in dem ihr Mann erste berufliche Zukunft gefunden hatte. Dann folgten zehn Jahre in Absatz und Verkauf für die Leistner-Werke Waltershausen und bis 1990 einige Jahre im VEB Gothaer Metallwarenfabrik, wo sie sich um den personellen Nachwuchs kümmerte. Als die Firma 1990 vom Stahlmöbelhersteller C+P übernommen wurde, bewarb sie sich nicht neu, sondern betrieb mit Hilfe der Familie anderthalb Jahre, solange die Kraft dafür reichte, die Dorfkneipe. Als ein Nördlinger Steuerberater in Waltershausen eine Zweigstelle eröffnen wollte, fand er in Marlis Graser schnell die richtige Person. Dazu wurde sie in Nördlingen sowie einem Crashkurs in Rotensol (Schwarzwald) auf die neuen Aufgaben vorbereitet. Als die Kanzlei im Jahr 2006 verkauft wurde, war Marlis Graser nach fünfzehn erfreulichen Jahren im neuen Beruf reif für den Übergang in den Rentenbezug. Doch konnte sie bei der Buchhaltung noch einige Monate bisherigen Mandanten zur Seite stehen. Ihr Mann, Karl-Heinz Graser, hatte nach dem Abschluss der 8. Klasse neben einer Schlosserlehre an der Volkshochschule das Abitur nachgeholt, arbeitete nach dem Studium (1963 bis 1966) hauptsächlich als Konstrukteur (zuletzt ebenfalls in der Gothaer Metallwarenfabrik). Das Ehepaar engagiert sich für den örtlichen Sportverein (SV Leina), sie ehrenamtlich zeitweise beim Betrieb des Sportlerheimes, er als Übungsleiter und einige Jahre als Vereinsvorsitzender (heute Ehrenmitglied). Fünf Enkel, drei Urenkel sind die Freude von Marlis und Karl-Heinz Graser, für die die Familie immer im Vordergrund stand. Zudem forderten Ausbau und Pflege des Anwesens viel Kraft. Seit einigen Jahren schätzen sie besonders die bald von persönlichen Freundschaften getragenen Reisen nach Island.
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