MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Ullrich Graichen
Schauspiel als Traumberuf
Schauspieler, Musicaldarsteller
Brückenstr. 14
09306 Wechselburg
Ullrich Graichen wurde am 25.02.1950 in seinem Elternhaus im sächsischen Wechselburg geboren und blickt auf eine sehr schöne und behütete Kindheit zurück. Sein Vater arbeitete als Fleischbeschauer und Imker, die Mutter war Stationsschwester im Krankenhaus. „Ich habe im Prinzip drei Brüder. Mein leiblicher Bruder ist zehn Jahre älter als ich. Die beiden anderen Jungen aus der Familie wuchsen bei uns auf, nachdem deren Eltern verstorben waren. Ich bin das jüngste Kind und habe mich sehr wohl gefühlt mit meinen drei Geschwistern zu denen bis heute ein intensiver Kontakt besteht“, erklärt Ullrich Graichen. Er besuchte in seiner Heimatstadt die Grundschule und legte 1968 in Rochlitz das Abitur ab. Nach dem Grundwehrdienst hatte er schon die Zulassung zum Sportlehrerstudium an der DHfK Leipzig, bestand aber die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule Hans Otto in Leipzig und studierte schließlich vier Jahre seinen Traumberuf. Nach erfolgreichem Studienabschluss und dem damals üblichen Intendantenvorsprechen erhielt Ullrich Graichen sein erstes vierjähriges Engagement am Theater in Zittau. „Ich spielte unter anderem den Lilio in der Komödie ‚Das Lügenmaul’ von Carlo Goldoni“, berichtet er. „Das war eine sehr angenehme und lehrreiche Zeit. Zu unserem Beruf gehört aber auch, dass man viel unterwegs ist und die Spielstätten wechselt. Da mich zunehmend auch das Musicalgewerbe interessierte, bewarb ich mich in Halle bei einem Ensemble, das direkt für Operette und Musical tätig war. Ich wurde angenommen und war dann sechs Jahre Mitglied bei dieser Truppe“, sagt Ullrich Graichen. Hier spielte er unter anderem Hauptrollen in „Das Mädchen Irma la Douce“, „Cabaret“ oder „Im weißen Rössl“. Nach seiner Zeit in Halle war die „Musikalische Komödie“ in Leipzig seine nächste berufliche Station, wo er vorwiegend in Operetten- und Musical-Inszenierungen, wie „My fair Lady“, „Zauberer von Oz“ „Der kleine Horrorladen“ mitwirkte. 28 Jahre war Leipzig fortan sein Lebensmittelpunkt. Seit seiner Pensionierung 2014 ist er wieder in seinem Geburts- und Elternhaus in Wechselburg zu Hause. „Anfangs habe ich noch übergangsweise für etwa zwei Jahre einige Rollen zu Ende gespielt, bis Neubesetzungen da waren. Danach habe ich mich aus meinem Beruf verabschiedet“, erzählt er. Der Kontakt zu seinen Kollegen ist nicht abgerissen, und Ullrich Graichen erinnert sich voller Stolz an seine lange, erfolgreiche Karriere. „Ich habe mich auf der Bühne richtig ausgetobt, aber in meinem Privatleben war ich wirklich privat. Das konnte ich sehr gut trennen. Ich musste nicht ständig im Mittelpunkt stehen“, resümiert er. Seine freie Zeit teilt er heute am liebsten mit Freunden, der Familie und Nachbarn. Ullrich Graichen liebt die Natur und lebt gern in seiner Heimatregion. Für die Zukunft wünscht er sich eine friedliche Welt, Gesundheit und die damit verbundene Möglichkeit, ein langes und eigenständiges Leben führen zu können.