MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Grahl

Sie ist ein Familienmensch und hat Freude am Garten

Grahl

Oskar-Lorenz-Str. 4
08064 Zwickau
Fon: 0375 / 785309

Wenn sich die Familie nachmittags bei ihr zum Kaffeetrinken trifft, ist das für Christel Grahl aus Zwickau immer schön. So wie die Rentnerin aus dem Erzgebirge ihren Garten am Haus liebt und dort - je nach Jahreszeit und Wetter - viele Stunden an Arbeit und Entspannung verbringt, gehören Tochter Kerstin (geboren 1963, gelernte Konditorin und heute Hausmeisterin in einem Kindergarten in Zwickau), die beiden Enkelkinder und zwei Enkel zu Christel Grahls ausgefülltem Leben. Außerdem hilft die aufgeschlossene und humorvolle Sächsin mit 77 Jahren auch heute noch in „ihrer“ Bäckerei aus, wenn Not am Mann ist. Dort hat Christel Grahl von 1992-1999, bis zum Eintritt in die Rente, als Verkäuferin gern gearbeitet. Sie war von 1960-2008 verheiratet mit Lothar Grahl (gelernter Schuhmacher, danach im VEB Sachsenring Zwickau beschäftigt gewesen, Hobby: Brieftaubenzüchter, 2008 gestorben). Zur Welt gekommen 1939 in Zwickau, ist Christel, geborene Lorenz, 1945-1953 dort zur Schule gegangen. Sie wuchs mit noch zwei inzwischen verstorbenen Brüdern auf. Ihr Vater war Konditormeister, die Mutter unterstützte ihn als mithelfende Hausfrau im Geschäft. So war das damals. Nach dem Abschluss der 8. Klasse wollte Christel ursprünglich Friseuse werden, hat aber ein Haushaltsjahr bei einem Optiker begonnen, wo sie dann längere Zeit blieb. In den Jahren 1959-1962 arbeitete sie im Volkseigenen Betrieb (VEB) Sachsenring Zwickau und war dort in der Nassschleiferei am Band beschäftigt. In Oelsnitz im Vogtland erhielt die Familie eine Wohnung und Grahls zogen dorthin. 1973 kehrten sie zurück nach Zwickau-Planitz in Christel Grahls Elternhaus. Dort wohnt die Rentnerin bis heute. Bevor sie 1999 in den Ruhestand trat, war sie in der Stanzerei des Metallwerkes (ab 1973) und später in einer Textilreinigung (Entlassung nach der Wende 1992) sowie zuletzt in einer Bäckerei angestellt. Zu DDR-Zeiten hat Christel Grahl in ihrer Freizeit gern und viel genäht. Sie denkt darüber hinaus an schöne Urlaubsreisen, damals vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) erhalten, mit ihrem Mann zurück und ist heute stolz auf ihre Tochter, die Enkel und Urenkel. Dass der Nachwuchs in der Heimat geblieben ist und alle gesund sind, empfindet Christel Grahl als großes Glück. Und sie hofft, dass es noch lange so bleibt. Ihr Vorbild ist Mutter Charlotte Lorenz immer geblieben. Wenn Christel Grahl zurückblickt, weiß sie noch genau: „Meine Mutter hat sich niemals in ihrem Leben unterkriegen lassen. Sie hat es immer verstanden, aus nichts etwas zu machen und die Familie zusammenzuhalten.“ Dieses Andenken will sich Christel Grahl bewahren. Ist sie doch selbst ein Familienmensch, der Harmonie liebt und aus dem Zusammenhalt viel Kraft schöpft.
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