MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Anna-Maria und Günter Gottsmann

Gut gelaufen

Anna-Maria und Günter Gottsmann

Gebrauchswerber, Werbeleiter
Spinnerin, Direktionssekretärin
Schillerstr. 30
09557 Flöha

Weit war der Weg, den die junge Anna-Maria jeden Tag in die Schule von Grünhainichen zu laufen hatte. Seit damals hat sich die Freude am Wandern bis heute erhalten können, wo sie als inzwischen älteste Teilnehmerin und einzige Uroma bis heute sechs Mal am 64,2 km langen Marsch von Chemnitz auf den Fichtelberg (Erzgebirge) teilgenommen hat. Zwar ist auch ihr Gatte Günter ein Wanderfreund (bis 30 Kilometer geht er gern mit), doch beim Fichtelbergmarsch unterstützt er seine Frau lieber durch gute Gaben an den Verpflegungsstellen. Als Anna-Maria Dehlwes wurde sie 1939 in Bremen geboren. Im Krieg, der ihr den Vater nahm, erlebte sie Nächte in Bunkern und die brennende Stadt. Da ging es nach Schlesien zu den Großeltern, doch bald kam der Krieg auch dorthin. Auf der Flucht vor der Front landeten sie in Sachsen, fanden Aufnahme in einem abgelegenen früheren Gasthof bei Grünhainichen. Die Mutter brachte die Familie mit Heimarbeit durch, wurde aber schwer krank, so dass sich die 14-jährige Anna-Maria nach achtjähriger Schulbildung statt um eine Lehrstelle um die beiden jüngeren Geschwister kümmern musste. Im Werk Falkenau der Baumwollspinnerei Flöha konnte sie jedoch eine Lehre als Textilfacharbeiterin abschließen und an der Volkshochschule den Abschluss der mittleren Reife nachholen. Nach der Heirat (1961) begann sie in der Verwaltung des Lehrkombinates der Textilindustrie, widmete sich dann dem 1965 geborenen Sohn Rainer, war daneben in Heimarbeit tätig. 1968 wurde sie Direktionssekretärin im Fachbereich Wissenschaft und Technik. 1990 begann sie bei der Deutschen Reichsbahn (später Deutsche Bahn AG), verzweifelte erst fast im Stellwerk, fand dann als Mitarbeiterin in der Lohnbuchhaltung bis zum Renteneintritt 1999 ihre Aufgaben. Günter Gottsmann, Jahrgang 1935, kam in Oberfrohna zur Welt. Nach dem Abschluss der 8. Klasse begann er bei der Konsumgenossenschaft in Limbach eine Lehre als Verkäufer, die wunschgemäß in eine Lehre als Gebrauchswerber gewandelt werden konnte. Doch nach Lehrabschluss gab es keine Weiterbeschäftigung, so dass er sich für die nächsten 4 ½ Jahre zur Kasernierten Volkspolizei verpflichten ließ. Nach dem Ende der Verpflichtung ging es wieder in seinen Lehrberuf zurück, erst im Spezialhandel der Wismut AG, dann wieder in der Konsumgenossenschaft und ab 1964 bei der Staatlichen Handelsorganisation (HO), wo er bald Werbeleiter wurde und bis zum Altersübergang (1991) und Ruhestand (1995) ein geschätzter Mitarbeiter war.
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