MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Edith Gregori
„Das Dasein in köstlich!“
Damen- und Herrenschneiderin i. R.
04668 Grimma OT Großbardau
„Das Dasein ist köstlich, man muss nur den Mut haben, sein eigenes Leben zu leben.“ (Peter Rosegger)
Edith Gregori, geboren am 06.03.1935 in Leipzig, hatte ausreichend Mut dazu und machte aus allem das Beste. Die charmante Pensionärin ist gesegnet durch ihre Fröhlichkeit. Sie ist kommunikativ, weltgewandt, überall gern gesehen und bestach stets durch ausgeprägte Kreativität, Originalität und Vorstellungsvermögen.
In Großbothen aufgewachsen und in Kindheitstagen direkt an einem Bach lebend, hat sie trotz schlimmster Kriegszeiten vor allem die schönen Stunden in der Erinnerung bewahrt. Im Bach erlernte sie das Schwimmen und war als Kind von vielen Tieren umgeben, was eine unvergleichliche Tierliebe zur Folge hatte, welche bis heute nicht abgeebbt ist.
1949 war die Schule beendet und sie widmete sich ihrer Ausbildung zur Schneiderin für Damen und Herren. Schon ihre Mutter liebte das Nähen.. Auch Tochter Sylvia ergriff den Beruf der Schneiderin und Edith Gregori kann nur einflechten: „Der Umgang mit feiner Nadel liegt in der Familie.“
Als Jugendliche verbrachte sie zwei Jahre im Westen, was Weltoffenheit entscheidend forcierte. Nach kurzer Tätigkeit bei ihrem früheren Obermeister, nutzte sie die in der DDR herrschenden Engpässe für ihren sehr erfolgreichen Werdegang. Sie begab sich in die Selbstständigkeit. Der Handel hatte bis auf eine Ausnahme keine hochwertige Kleidung zu bieten. Nur in Exquisit-Läden war diese erhältlich, allerdings auch beinahe unerschwinglich. Die Stoffe jedoch waren bester Qualität.. So wuchs ein Kundenkreis, der begierig nach schöner Mode war, bis hin nach Dresden reichte und für ihr Auskommen sorgte. Vordergründig die Damenwelt profitierte von ihrem Können und die von Edith Gregori regelrecht zelebrierten Hochzeitskleider sind nicht mehr zählbar. Nach der deutschen Vereinigung gab es alle nur erdenklichen Textilien zu kaufen und über eine Vorruhestandsregelung verabschiedete sie sich von ihrem wunderschönen Beruf.
Ihren geliebten Ehemann Joachim heiratete sie 1958. Der gelernte Elektriker avancierte später zum Betriebsleiter der Molkerei sowie zum technischen Leiter in Grimma. Zwischenzeitlich leider verstorben, wird Edith Gregori nicht müde, von ihm zu schwärmen. Ihre fantastische Ehe konnte gedeihen, weil: „Er hat mich immer genommen so wie ich bin!“
Edith Gregori ist Mitglied einer Gymnastikgruppe, verwöhnt ihren Kater Felix ebenso wie Pluto, den Dalmatiner ihrer Tochter, und konstatiert natürlich: „Das Dasein ist köstlich!“