MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Jürgen Ballschuh

Der Blick von oben

Jürgen Ballschuh

Baumaschinist
Lausicker Str. 53
04680 Colditz

Mit seinen drei Brüdern wuchs der 1953 geborene Jürgen Ballschuh in Colditz auf. Er erinnert sich an eine schöne Kindheit mit Streichen und Herumtollen, Radfahren und viel verbrachter Zeit bei der Oma. Einmal trieben die Jungs es dann doch zu toll. Die Feuerwehr musste die Gardinen bei der Oma löschen. Doch das Haus steht heute noch, berichtet Jürgen Ballschuh. 1960–1970 besuchte er die Schule, lernte danach im Bau- und Montagekombinat Süd Grimma (BMK) und wurde Baumaschinist. 1972 folgte er seiner Einberufung zur Nationalen Volksarmee, besuchte die Unteroffiziersschule Kamenz. Nach der Grundausbildung wurde er zur Baukompanie abkommandiert, erhielt eine Ausbildung zum Kranführer und arbeitete im Zivilbereich (Flughafen Forst, Chemiewerk, Flughafen Cottbus). Nebenher blieb ihm viel Zeit weiter Sport zu treiben – ein Hobby seit frühester Kindheit. Besonders leidenschaftlich spielte er Fußball und Schach. Viele Urkunden zeugen von seinen Erfolgen, die er bereits in die Zeit als Junger Pionier verzeichnen konnte und später ergänzte mit vorderen Platzierungen und Auszeichnungen wie z. B. der Ehrennadel in Bronze vom Schachverband, erhalten für besondere Verdienste in der Entwicklung des Schachsports in der Deutschen Demokratischen Republik. Nach der Armeezeit in das BMK zurückgekehrt, bediente er nun einen Raupenkran auf Langzeitbaustellen, was die Woche über Abwesenheit von zu Hause bedeutete. Da wundert es nicht, dass Jürgen Ballschuh nie eine Familie gründete, denn seine Arbeitszeiten waren dafür wenig konvertibel. Aber er liebte seine Arbeit an der frischen Luft, hoch über den anderen, bei Regen und Winterwetter trocken und im Warmen sitzend. 1991 endete sein Einsatz im BMK durch die wendebedingte Privatisierung und Umstrukturierung seines Betriebes. Im AKV Süd (Autokranverleih) fand er neue Anstellung, war folgend bei AKV Alpha, AKV Maximum tätig, unterbrochen von kurzen Zeiten der Arbeitslosigkeit. 2016 ging er mit 63 Jahren in die Rente. Er ist stolz darauf in seinem abwechslungsreichen und anspruchsvollen Beruf nie einen Unfall erlebt oder gar verursacht zu haben. „Ich habe die Freiheit genossen,“ sagt Jürgen Ballschuh rückblickend und weiter: „Nun kann ich mich richtig erholen.“ Umsichtigkeit und Besonnenheit haben ihn im Beruf erfolgreich sein lassen. Der Kontakt zu seinen Brüdern gewährte soziale Anbindung, die elterliche Wohnung blieb sein Leben lang behüteter Rückzugsort. Hier lebt er heute noch. „Ich bin gut durchs Leben gekommen und lebe gerne in der Region,“ bekennt Jürgen Ballschuh und, dass er es liebt Tagesfahrten zu unternehmen, im Gebirge zu wandern und Deutschland mit dem eigenen Auto zu bereisen.
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