MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heidrun und Hans-Dieter Band
Nun kommen die „goldenen“ Zeiten
Stenotypistin
Meister für Landtechnik, Versicherungsvertreter
An der Obermühle 4
01683 Nossen OT Graupzig
Den 50. Hochzeitstag in Sicht blicken Heidrun und Heinz-Dieter Band zurück auf ein Leben in wechselnden Zeiten, doch mit einiger Beständigkeit in Familie und im Berufsleben. Die Mühle ihres Vaters im kleinen Ort Graupzig (erst seit kurzem Ortsteil von Nossen) wurde zum dauernden Heim für das Ehepaar. Im Jahr 1946 war sie als Heidrun Kühne noch in Rhäsa bei Nossen geboren worden, doch seit dem 5. Lebensjahr wurde Graupzig zum Lebensort, wo sie mit einem Bruder aufwuchs. Ein einschneidendes Erlebnis wurde im Jahr 1953, als die DDR-Staatsmacht ihrem Vater übel mitspielte, ihn für ein halbes Jahr aus politischen Gründen ins Gefängnis steckte. Er starb bereits 1969, als er gerade besuchsweise in Westdeutschland weilte, wodurch die Rückführung des Sarges zum bürokratischen Hindernislauf wurde. In Ziegenhain besuchte die junge Heidrun die Schule die sie dann in Leuben 1962 mit der 10. Klasse abschloss. Die zweijährige Lehre als Stenotypistin absolvierte sie bei der noch privaten Firma Lehmann & Balzer Glasbearbeitungswerk in Lommatzsch. Nach der Heirat 1968 führte die Geburt des ersten Sohnes Dirk im selben Jahr zu einer Pause im Arbeitsleben, dann begann sie wieder in ihrer alten Firma, die ab 1973 zum VEB Glastechnik wurde. Nach der Geburt des zweiten Sohnes Reiko 1975 machten ihr jedoch gesundheitliche Probleme zu schaffen, die 1983 zur Invalidisierung führten. In der erzgebirgischen Gemeinde Dorfchemnitz erblickte Heinz-Dieter Band 1945 das Licht der Welt. Der Vater blieb im Krieg, erfuhr noch, dass sein Sohn geboren wurde, bekam ihn aber nicht mehr zu sehen. Heinz-Dieter wuchs nun mit einem Stiefvater und Stiefbruder auf. 1952 wurde die Familie in der Lommatzscher Pflege in Mittelsachsen ansässig. In Ziegenhain besuchte er die Schule bis zur 8. Klasse, die 10. Klasse schloss er dann in Raußlitz ab. Im Kreisbetrieb für Landtechnik Meißen wurde er in zwei Jahren zum Landtechniker ausgebildet, besuchte dazu die Berufsschule in Bautzen. 1975 konnte er einen Meisterabschluss erwerben, blieb der Landtechnik für lange Jahre verbunden, ob beim Kreisbetrieb, im Rahmen der Kooperationsbetriebe verschiedener Landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften und zuletzt im Agrochemischen Zentrum Ziegenhain. Als die DDR Geschichte wurde suchte er nach einer neuen Perspektive, fand sie für zwanzig Jahre bis zum Pensionseintritt 2010 als regionaler Vertreter der R+V Versicherung, anfangs beschäftigt mit der Umstellung der Kraftfahrzeugversicherungen von staatlich auf privat, später im ganzen Spektrum aktiv bis hin zur Schadensabwicklung. Zu DDR-Zeiten war die Nebenerwerbslandwirtschaft auf dem ererbten Grundstück wichtiges Zubrot mit dem Anbau von Rüben, Rhabarber und Digitalis und etwas Viehhaltung. 33 Jahre gehörte Heinz-Dieter Band dem Kirchenvorstand an.