MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Dieter Balzer
Von Ost nach West nach Ost und „Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie er leben möchte....“
Zum Oder-Havel-Kanal 9
16227 Eberswalde
Fon: 03334 / 219367
1937 als Sohn einer Landwirtsfamilie mit eigenem Hof in Ostspreußen geboren, war er gerade einmal acht Jahre alt, als er mit den Eltern die Flucht aus der Heimat antreten musste. Im März 1945 erreichte die Familie Schleswig Holstein, siedelte sich hier an. Seine Geburtstadt Treuburg im heutigen Polen, sah Dieter Balzer erst 1988 besuchsweise wieder. Und auch das sollte sich wieder als eine Wende in seinem Leben erweisen. Er lernte auf der Rückreise eine Familie aus Malchin kennen, woraus sich eine spätere Freundschaft entwickelte, die 1991 in dem Kauf eines kleinen Grundstückes mit Datsche in Eberswalde gipfelte. Ihm gefiel, was er sah und erlebte. Die Region war schön, die Menschen freundlich und hilfsbereit. So wurde aus dem Feriendomizil ein Wohnsitz, aus der Datsche – mit viel Liebe, Eigenleistung und nachbarschaftlicher Hilfe – ein Eigenheim mitten in der Natur. Hier verbringt Dieter Balzer und Lebensgefährtin Eva-Maria Strauch heute ihren gemeinsamen Lebensabend. Für die 1952 geborene Zeitzerin mit verwandtschaftlichen Wurzeln in den neuen Bundesländern, eine Rückkehr nach Jahrzehnten. 1955 war ihre Mutti mit ihr nach West-Berlin gegangen, wo sie die 10. Klasse absolviert und Rechtsanwalts- und Notargehilfin gelernt hat. Sieben Jahre im Beruf folgte die Arbeit in der Siebdruckfirma ihres damaligen Mannes und die Trennung von ihm 1984, im Jahr der Geburt von Sohn Alexander. 1992 begegnete sie Dieter Balzer. Und auch bei ihm liegen Jahre der Entwicklung und der Arbeit vor dem heutigen Leben. 1943–1944 hatte er noch die Schule in der Heimat besuchen und ab 1945 in Schleswig Holstein bis zum Abschluss der 10. Klasse weiterlernen können. Als Flüchtling waren die Chancen auf eine Berufausbildung eingeschränkt – das war im Osten und im Westen gleich. In einem kleinen E-Werk lernte er den Elektriker-Beruf. Als ausgelernter Lehrling erhielt er 0,87 DM Stundenlohn, erinnert er sich heute noch und auch, deshalb nach Hamburg gegangen zu sein, wo er die meisten Jahre seiner Arbeitszeit verbracht hat. Kommunale Aufträge hat er mit erfüllt und auf Großbaustellen gearbeitet.1964 bestand er die Meisterprüfung als Elektro-Instandhalter, war fortan verantwortlich für die Baustellenbetreuung und beruflich dabei viel unterwegs. Doch bereits 1959 hatte er – seine inzwischen verstorbene – Frau geheiratet, die Söhne Sönke (geb. 1960, Netzwerk-Administrator) und Hauke (geb. 1964, Werkzeugmacher und Betreiber einer Autowaschstraße) vervollständigten die Familie. Zeit für Dieter Balzer sesshafter zu werden. 1973 gründete er mit seinem Schwager die Autoradio Altona KG, stieg mit ihm gemeinsam Ende der 80er Jahre in das Mobilfunk-Geschäft ein. Nach Verkauf der Firma an die Preussag AG arbeitete Dieter Balzer für diese Unternehmensgruppe als Angestellter bis er am 31.01.2000 in den Ruhestand ging. Mit 63 Jahren traf er die Entscheidung, in die neuen Bundesländer zu ziehen, baute hierfür sein Haus. „Ich muss ehrlich sagen, mir gefällt es hier...“, begründet er seinen Entschluss und würde es fair finden, wenn das Zusammenwachsen der Menschen sich künftig auch in gleichen Bemessungsgrundlagen z. b. bei der Rentenberechnung ausdrücken würde. Wobei Dieter Balzer bei allem Stolz auf das selbst geschaffene feststellt: Glück ist nicht von Besitzstand abhängig, sondern in der inneren Zufriedenheit der Menschen beheimatet.