MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Werner Goetz
„Der Mensch ist kein Mensch, wenn er aufgibt zu kämpfen.“ (unbekannter Autor)
und Beate Colditz
Papiermacher, Berufskraftfahrer, Lackierer
Friseurin, Elektromonteurin
04736 Waldheim
1940 in Ostpreußen geboren, war Werner Goetz erst vier Jahre alt, als die Familie aus der Heimat vertrieben und letztendlich in Waldheim ansässig wurde. Die meiste Zeit seiner Kindheit verbrachte er bei den Großeltern und erinnert sich gerne an die schöne Zeit mit seinen beiden Cousins dort. 1946–1954 besuchte er die Schule. Der abgeschlossene Lehrvertrag als Bäcker scheiterte an der krankheitsbedingten Schließung der Bäckerei. Der neue als Fleischerlehrling an dem Widerruf des Fleischermeisters, der seinen Sohn ausbilden wollte. Landwirtschaft bot sich noch an, doch die Mutter bewahrte den eher schmächtigen Jungen davor. Letztendlich nahm er vorerst eine Arbeit bei der Reichsbahn-Bauunion Naumburg als Bote an, wechselte später in die Papierfabrik Kriebethal und konnte dort letztendlich den Facharbeiterabschluss als Papiermacher erwerben. Bis 1959 blieb er im Betrieb. Er wechselte dann zum VEB Kraftverkehr Waldheim und arbeitete fortan 15 Jahre als Kraftfahrer. Nachdem man im Betrieb erkannt hatte, dass Werner Goetz in der Lage war Lackierungsarbeiten auszuführen wurde er in die Karosseriewerkstatt delegiert. Er erhielt die Möglichkeit auch als Lackierer den Facharbeiterbrief zu erlangen und übte den Beruf aus bis ein Arzt einen Tätigkeitswechsel anriet. So verließ er nach 25 Jahren den Kraftverkehr, fing bei der OEWA Wasser- und Abwasser GmbH an. Die theoretischen Grundlagen erhielt er mittels mehreren Schulungen und Weiterbildungen. 2003 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Heute schwärmt er von seiner früheren Arbeit und dem überdurchschnittlichen Verdienst der für eine gute Rente gesorgt hat. Sieben Jahre waren dem Rentner noch mit seiner Frau Irmgard (Hochzeit 1962) vergönnt, dann starb diese. Dass er das Glück hatte mit Beate Colditz eine neue Lebensgefährtin zu finden, vertrieb später die Einsamkeit. Sie wurde 1943 geboren, war eins von vier Kindern. Ihr Vater war 1945 im Krieg gefallen und die alleinerziehende Mutter zog die Kinder beizeiten zu Arbeiten auf dem eigenen Feld und den beiden Gärten notgedrungen mit heran. „Ich war neun Jahre alt, da musste ich schon kochen“, berichtet sie und dass keine Zeit zum spielen übrig blieb. Mit der 8. Klasse verließ sie die Schule (1950–1958), lernte den Friseurberuf in der PGH Friseur, arbeitete im Beruf. 1967 heiratete sie (Ehemann Arnim, verstorben 2011, ein gemeinsamer Sohn) und zog nach Waldheim um. Erst Friseurin, wechselte sie später in den VEB Elektronischen Gerätebau, durchlief eine zweite Ausbildung zur Elekromonteurin und arbeitete als Kontrolleurin. Nebenher engagierte sie sich ehrenamtlich, war 12 Jahre Schöffin am Gericht in Döbeln. Nach der Wende und wegen der bevorstehenden Betriebsschließung kehrte Beate Colditz zurück in ihren ersten Beruf als Friseurin. Mit 63 Jahren ging sie in die Rente. Die Lebenspartner sind beide stolz auf ihre Lebensleistung, die sie mit Konsequenz, Zuverlässigkeit, hoher Lernbereitschaft, Flexibilität und Kontinuität erreicht haben. Sie sind glücklich sich gefunden zu haben und trotz der Partnerverluste nicht einsam zu sein. Wandern, rätseln und der Garten sind heute liebgewonnene Beschäftigungen. Gartenfreud Werner Goetz war 20 Jahre Vorsitzender des Gartenvereins „Neu Hufe“. Die Verantwortung hat er indessen abgegeben, doch den Garten wollen die beiden noch lange nicht missen. Noch lange in Gesundheit leben, ist der größte Wunsch der beiden.