MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Maria und Wolfgang Goldammer

„Lebe deine Tage je nach der Lage!“ (Aus China)

Maria und Wolfgang Goldammer

Landwirt / Berufsimker
Gärtnerin
Wunschwitz 13
01683 Nossen OT Wunschwitz

Wolfgang Goldammer wurde 1937 in Merseburg geboren, verbrachte durch Umzug der Eltern in das Randgebiet von Forst (polnische Seite) die erste Zeit einer schönen Kindheit hier. Die endete, als die Russen im Anmarsch waren, die Wohnung der Familie vom direkten Beschuss betroffen war und im Februar 1945 mit der Evakuierung der Frauen und Kinder begonnen wurde, während der Vater im Krieg war. Angekommen und mehr schlecht als recht untergekommen bei einem Fleischer in dem kleinen Thüringer Ort Bobeck, organisierte die Mutter die Weiterfahrt zu den Großeltern nach Herzberg. Hier erlebte Wolfgang Goldammer den Einmarsch der Russen. „Panjo-Wagen an Panjo-Wagen, lachend, singend, Schifferklavier spielend, sich über den Sieg freuend und an die Kinder die zuvor im Kaufmannsladen geplünderten Bonbons verschenkend“ erzählt er heute und von den Erschwernissen des Neuanfangs der Familie. Irgendwann zog wieder halbwegs Normalität ein. 1950 konnte in Wunschwitz eine Siedlungsstelle übernommen werden. Das Haus wurde bezogen die dazugehörigen fünf Hektar Land bestellt. Das Abgabesoll nicht erfüllend, wurde der Druck der LPG beizutreten groß. 1952 erfolgte dieser. Der Hunger der vergangenen Jahre hatte bei Wolfgang Goldammer zeitig zu dem Entschluss geführt, Bauer zu werden. Bauern hatten immer zu essen, wusste er und Hunger tat weh. Dass er im Juni 1952 die Möglichkeit erhielt bei einem Großbauern eine landwirtschaftliche Lehre zu machen freute ihn deshalb sehr. „Dort habe ich die Landwirtschaft von Pike auf gelernt, habe viel gelernt“ erzählt er über seine beruflichen Anfänge. Aber auch davon sich bei der für einen asketischen Jungen schweren Arbeit schnell schwer verletzt zu haben und arbeitsunfähig gewesen zu sein. So zum Müßiggang verurteilt, sprach er einen Korbmacher an, ob er nicht in sitzender Tätigkeit das Korbmachen bei ihm erlernen könne. Das gelang doch einen Gesellen konnte sich der Handwerker nicht leisten. Wolfgang Goldammer (indessen gesundheitlich wieder dazu in der Lage) kehrte in die LPG zurück, arbeitete in verschiedenen Bereichen bis er die Baubrigade der LPG übernehmen konnte (zuvor vom Vater geführt, der in die ZPO versetzt worden war). Als Baubrigadier für die Planung, für Materialeinkauf, Organisation und Mitarbeitereinsatz zuständig und selbst mit auf den Baustellen arbeitend, wurde die Tätigkeit schnell wieder zum gesundheitlichen Problem. Wolfgang Goldammer, der seit 1950 einem Imkerverein angehörte, ergriff 1967 die Möglichkeit für die LPG eine Imkerei aufzubauen. Im Abendstudium erlangte er den Facharbeiterbrief Imkerei. Bis auf 150 Völker baute er die Imkerei auf, war erfolgreich bis zur Wende. Wolfgang Goldammer übernahm (Kauf) die Imkerei – eine schwere Aufgabe im plötzlich westlichen Wirtschaftsgefüge ohne eigenen Absatzmarkt. Mäßiger Erfolg trotz hohem Engagement führten 1992 zur Abgabe (ca. 90 Völker) an einen Imker-Schüler. Als Hobby hat sich Wolfgang Goldammer die Imkerei bis heute erhalten. Indessen über 80 Jahre alt, schätzt er neben dem Honig auch das Bienengift gegen sein Rheuma. Seine Erfahrungen gibt er gerne noch als Ausbilder an junge Imker weiter. Seit 1965 ist er mit seiner Frau Maria (geb. 1943) glücklich verheiratet. Sie arbeitete viele Jahre in der Gärtnerei und später in seiner Imkerei. Seit 1967 pflegt sie den gemeinsamen schwerbehinderten Sohn aufopferungsvoll. In ihrem Haus tat sie Gleiches lange Zeit zudem auch noch für Mutter und Schwiegereltern bis diese verstarben. Die Eheleute haben drei Söhne, eine Tochter und fünf Enkel.
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