MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gisela und Horst Goldmann

Mit Stolz auf das Geschaffene im Leben zurückblicken

Gisela und Horst Goldmann

Repassiererin
Stahlbauschlosser und Bestatter
Robert-Koch-Str. 8
04808 Wurzen
Fon: 03425 / 922120

Horst und Gisela Goldmann kennen sich seit 1959 und sind seit 1961 verheiratet. Sie kommen beide aus Familien mit vielen Geschwistern und ziehen selbst zwei Töchter groß. Im Jahr 1963 wird Brigit geboren, drei Jahre später folgt ihre Schwester Iris. Heute freuen sich die Goldmanns über drei Enkel. Die Frau Gisela ist der Ruhepol der Familie, der Mann Horst ist ein sehr vielseitiger Mensch, er kann ohne Arbeit nicht leben und ist sehr zornig über die immer noch drastischen Abzüge bei seiner Rente. Horst Goldmann ist ein sehr aufrechter Mensch, der in den fünfziger Jahren das Ansinnen eines freiwilligen Wehrdienstes abgelehnt hat, sich nach Einführung der Wehrpflicht aber in das Unvermeidliche schickt. Zum Glück bleibt es nur bei einem halbjährigen Dienst als Reservist. Horst und Gisela Goldmann sind sehr glücklich über ihr gemeinsames Leben in ihrer sächsischen Heimat in einer wunderschönen Siedlung in Wurzen. Horst Goldmann wird am 21. Februar 1942 in Zwochau geboren, die Mutter ist Hausfrau, hilft in der Landwirtschaft und ist später als Industriearbeiterin tätig. Der leibliche Vater fällt im Krieg, der Stiefvater arbeitet als Maurer. Der Sohn denkt an eine sehr schöne Kindheit ohne Hunger zurück und träumt schon früh davon, einmal Autos zur reparieren. Von der Schulzeit sind ihm vor allem die zwei Kilometer in Erinnerung geblieben, die er jeweils morgens und nachmittags gelaufen ist. Im Jahr 1952 zieht die Familie nach Wurzen, vier Jahre später ist die Schule aus und Horst Goldmann beginnt eine Schlosserlehre im volkseigenen Wutra-Werk. Die Brüder leben zu dieser Zeit schon im Westen, er besucht sie 1957 während einer Krankheit. In seinem Betrieb ist er 34 Jahre beschäftigt, er verlässt ihn als Meister. Bis zur Rente arbeitet er dann noch als Bestatter. „Ich habe nie Angst vor Toten gehabt, schon als Kind habe ich mich mit den Spielkameraden auf dem Friedhof oder sogar in der Leichenhalle aufgehalten“, erzählt Horst Goldmann. Seit 2004 ist er Rentner. Gisela Goldmann kommt am 29. Oktober 1939 in Nischwitz, das heute zu Wurzen gehört, zur Welt. Ihre Kindheit steht unter einem schlechteren Stern, als die ihres Mannes. Die Mutter stirbt 1946 im Alter von 31 Jahren, die vier Mädchen wachsen bei der Großmutter auf. Während ihrer achtjährigen Schulzeit lernt Gisela Goldmann den Unterricht mit drei Klassen in einem Raum kennen. Nach der Schule arbeitet sie ab 1954 drei Jahre als Haushaltshilfe für einen Monatslohn von 50 DDR-Mark. Dann ist sie Maschenaufnehmerin bei der Firma Kops, nimmt nach der Geburt der Kinder Heimarbeit an und ist ab 1972 Annahmekraft in Dienstleistung Rundfunk-Fernsehen. Gisela Goldmann pflegt ihren Vater und die Schwiegermutter bis zu deren Tod. Im Jahr 2002 geht sie mit 60 Jahren in die Rente.
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