MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Rudolf Goll

Der Glaube als fester Kompass im Leben

Rudolf Goll

Diplom-Agraringenieur
Friesau 108
07929 Saalburg-Ebersdorf

Fon: 036651 / 87232

Rudolf Goll wird im Kriegsjahr 1941 geboren. Der Vater ist Soldat an der Ostfront und kommt 1947 mit Glatze und Russenmantel nach einer sechswöchigen Odyssee aus Sibirien bei seiner Familie an. Nach acht Jahren Schule absolviert Rudolf Goll auf dem Hof der Eltern die Ausbildung zum Landwirt und besucht anschließend drei Jahre die Fachschule in Zollgrün und Stadtroda, die er als staatlich geprüfter Landwirt abschließt, was dem heutigen Agraringenieur entspricht. Seinen Wehrdienst leistet Rudolf Goll bei den Pionieren ab, er erlebt, wie zwei Kameraden durch Minen schwer verunglücken und beteiligt sich anschließend aktiv an einer Meuterei. Außerdem ist er aktives Mitglied des Posaunenchores in seiner Heimatgemeinde. Nach 1990 nimmt er Einblick in seine dicke Stasiakte. Bis 1964 arbeitet Rudolf Goll in Paulinenaue am Institut für Grünland und Moorforschung und wechselt anschließend an das Jenaer Institut für Pflanzenernährung. Ein fünfjähriges Fernstudium schließt er 1974 als Diplom-Agraringenieur ab. Bis 1990 ist Rudolf Goll in Jena tätig, man nimmt Untersuchungen des Bodens und der Pflanzen vor und gibt den Betrieben in der Landwirtschaft Empfehlungen. Untersuchungen zu Belastungen durch Schwermetalle sind geheim, die LPG´s müssen die Untersuchungen zwar bezahlen, bekommen die Ergebnisse aber nicht zu sehen. Rudolf Goll begrüßt die gesellschaftlichen Umwälzungen ab 1989 und wird nach der Kommunalwahl am 6. Mai 1990 Vorsitzender der Fraktion der Christlichen Wählergemeinschaft im Kreistag. Er arbeitet im Zweckverband Abfallwirtschaft und berät Wirtschaftsunternehmen. Ebenfalls im Jahr 1990 wird Rudolf Goll zum Vorsitzenden des Wandervereins Friesau gewählt. Mit dem Partnerverein in Nurn wandert man jedes Jahr am 3. Oktober zum „Tag der deutschen Einheit“ gemeinsam. Nach wie vor ist Rudolf Goll sehr aktiv in der Kirche, als Lektor hat er selbst schon rund 150 Gottesdienste abgehalten und sogar schon seine Enkeltochter getraut. Die Friesauer Kirche ist die älteste und wertvollste Kirche in der Region. Mit seiner Frau Rita ist Rudolf Goll seit 1962 verheiratet, sie hat am Kreisgericht und in der Buchhaltung der LPG gearbeitet. Nach 1990 ist sie Heilpraktikerin in einem Hotel und gibt die Arbeit nach zehn Jahren aus gesundheitlichen Gründen auf. Der 1963 geborene Sohn Jens betreibt als Einzelunternehmer eine Metallbaufirma, er ist Vater von drei Kindern und geschieden. Sein jüngerer Bruder Reimo ist gelernter Kellner und betreut heute den Außendienstbereich der „Allianz“. Er wohnt in Schleiz und hat einen Sohn. Rudolf Goll engagiert sich in der Hilfe für Flüchtlinge und gerade deshalb sehr sensibel für die Gefahren, die von rechter Demagogie ausgehen.
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