MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Heidrun und Franz Gobsch
Milchvieh und Kaninchen
Milchleistungsprüferin i. R.
Schmied i. R.
Am Steinbach 13
09661 Etzdorf
Fon: 034322 / 13022
In Etzdorf geboren, ist Heidrun Gobsch, Jahrgang 1942, in landwirtschaftlich geprägtem Haushalt groß geworden, besuchte die örtliche Schule bis zur 8. Klasse und konnte sich in zweijähriger Lehre auf dem Volkseigenen Gut (VEG) Cavertitz in Acker- und Pflanzenbau ausbilden lassen. Ein Jahr Spezialausbildung Saatzucht folgte, dann fing sie bei der neu gegründeten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) im heimischen Etzdorf an, spezialisierte sich jedoch schnell auf den Bereich Milchleistungsprüfung. Heirat und Umzug nach Roßwein (die Nachbarstadt) bestimmten 1961 ihr Leben, die beiden Söhne wurden 1961 und 1964 geboren (inzwischen auch drei Enkelkinder). Als sie 1967 ein Haus in Etzdorf kaufen konnten, ging es zurück in den Heimatort. Die Kinder wurden nun im Kindergarten betreut und Heidrun Gobsch konnte umfassend als Milchleistungsprüferin tätig werden, nahm Proben, führte Buch über Milchmengen und Fettgehalt jeder Milchkuh in den Landwirtschaftsbetrieben der Umgebung, verantwortlich der Tierzuchtinspektion und dem Rat des Kreises. Zudem wurde sie Vorstandsmitglied der LPG, engagierte sich in der Sozialkommission und im Vorstand der Molkerei. Als 1991 die Umstrukturierungen in der Landwirtschaft anstanden, fand sie als Hausmeisterin der Etzdorfer Schule bis zu deren Auflösung 1996 neue Aufgaben, wirkte danach bis zur Rente 2001 im örtlichen Kindergarten und Gemeindebüro in gleicher Funktion.
Franz Gobsch wurde 1939 im böhmischen Ferbka geboren. 1946 musste die Familie Tschechien verlassen, er wuchs in Stockhausen bei Zeitz auf, besuchte die Schule in Loitsch und Lobas, nach Abschluss der 8. Klasse folgte eine Lehre in der Loitscher Dorfschmiede. Danach arbeitete er in einer Maschinenausleihstation der Landwirtschaft und war auf Montage in Leuna. Die Liebe führte ihn 1960 nach Etzdorf, im Schmiedewerk Roßwein begann er als Produktionsarbeiter in drei Schichten, konnte aber nach einem halben Jahr in die Betriebswerkstatt als Bauschlosser wechseln. Die Wehrpflicht nahm ihn anderthalb Jahre 1963/65 in Anspruch, dann wurde wieder für lange Jahre, bis zur Erwerbsunfähigkeitsrente 1995, das Roßweiner Schmiedewerk zum Arbeitgeber. 1951 begann er mit der Kaninchenzucht, fünfzig Jahre ist er nun schon Mitglied im Roßweiner Rassekaninchenzüchterverein, spezialisiert auf die schwarz-weißen Holländer. Seine Züchtungen wurden mit Pokalen und Preisen geehrt.