MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Alfons Goram
Honecker und der Walfisch
Gasthof zum Walfisch Klingenthaler Straße 48 08267 Zwota Fon: 037467 / 22616 Fax: 037467 / 25232 Internet: www.gasthof-walfisch.de E-Mail: info@gasthof-walfisch.de
1941 in Zwota geboren und aufgewachsen lernte Alfons Goram nach der 8. Klasse Zylindermaschinenbauer. Sieben Jahre stellte der Geselle dann jene Zylinder her, die ein Teil der Blechblasinstrumente sind. Weil ihn aber einiges in der Firma ärgerte, sagte er immer wieder: Ich mache eine Gaststätte auf! Schließlich bekam er tatsächlich das Angebot dafür und sagte: Ja! So leitete er ab 1966 die Konsum-Gaststätte im Kreisjugendklubhaus „Erich Honecker“. Dessen ehemaliger Chef kannte den damaligen FDJ-Sekretär, sodass die Lokalität zu dem Namen kam. Zuvor hieß sie „Walfisch“. Denn die Fuhrleute des nahen Hammerwerkes brachten 1798 Walfischknochen mit, die vor dem Gaststätteneingang aufgestellt wurden. Und durch „Erich Honecker“ konnte der Wirt nun sogar Wernesgrüner Bier ausschenken. Doch als Erich Honecker 1972 Staatsratsvorsitzender wurde, erhielt das Lokal in Zwota wieder seinen Namen „Klubhaus der Jugend“. Nach der Wende erhielt Alfons Goram von der Gemeinde das Vorkaufsrecht für die Gaststätte. Die Bank räumte ihm einen Kredit ein und so konnte er das Haus sanieren und die Kegelbahn auf den neusten Stand bringen. Später kamen elf Gästezimmer dazu. Im renovierten Saal gibt es Veranstaltungen aller Art, der von Reisebüros und der Volkssolidarität genutzt wird. Viele prominente Künstler sorgen für den Publikumszuspruch. Inzwischen gehören eine Minigolfanlage (18 Loch) und ein Bootsverleih zum Service des Gasthofes zum Walfisch. Die Gaststätte bietet original vogtländische Küche. „Allerdings verfeinert“, betont Alfons Goram. Dabei stehen auch viele Fischgerichte auf der Speisekarte, weil sich in seinem Teich 600 Karpfen tummeln. Tochter Peggy und Sohn Rene stehen in den Startlöchern, um den „Gasthof zum Walfisch“ zu übernehmen. „Aber aufhören werde ich nicht. Was soll ich zu Hause machen?“, kommentiert Alfons Goram. So wird er dann auch weiterhin in seiner Gaststätte aktiv bleiben, um vor allem für die älteren Gäste ein Ansprechpartner zu sein. Für seine Kinder hofft der engagierte Wirt, dass auch wieder mehr Übernachtungsgäste kommen. Sie bleiben seit den 90er Jahren weitgehend aus. Lediglich an den Wochenenden ist das Haus oft mit Kegelklubs gut belegt. Doch Alfons Goram ist froh, dass die Kinder das Traditionslokal weiterführen, das bereits seit 1631 die Gäste bewirtet.