MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Elke Gierschner

Mein Platz im Leben

Elke Gierschner

Richterin a. D.
Gartenstr. 2
08523 Plauen
Fon: 03741/ 131361

In einer Musikerfamilie von sechs Kindern kam sie als Elke Knobloch 1945 im vogtländischen Reichenbach zur Welt. Ab 1952 besuchte sie in der Geburtsstadt die Schule, schloss dort die Oberschule 1964 mit dem Abitur ab, obwohl die Familie seit 1962 schon in Plauen lebte. Der Wunsch, Juristin zu werden, griff früh. Davor war ein praktisches Jahr gesetzt, in dem sie eine Gärtnerlehre mit Facharbeiterabschluss absolvierte. Viereinhalb Jahre dauerte ihr Studium an der damaligen Karl-Marx-Universität Leipzig. Nach einem halbjährigen Einsatz als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kreisgericht von Aue wurde die junge Diplom-Juristin bereits zur Richterin am Kreisgericht von Plauen berufen. Ihrem Beruf, ihrer Berufung sollte sie 32 Jahre folgen, auch als mit den Umstrukturierungen nach dem Ende der DDR aus dem Kreisgericht das Amtsgericht Plauen wurde. Bis auf wenige Ausnahmen, anfangs im Jugendstrafrecht, später gelegentlich im Zivilrecht, widmete sie sich fast ausschließlich ihren Aufgaben als Richterin für Familiensachen. Mit diplomatischem Geschick, kommunikativer Gabe, sich selbst möglichst nie wichtig nehmend, widmete sie sich dem großen Feld zwischen Scheidungsrecht, Unterhaltsrecht, Sorgerecht, immer vor allem das Wohl der Kinder im Brennpunkt, engagierte sich deshalb ehrenamtlich im Jugendhilfeausschuss. Auch ihr Humor kam ihr in kniffligen Momenten zugute. Sie sehnte sich nie nach höheren Aufgaben, war glücklich an ihrem Platz. Die Self-made-Frau kümmerte sich nach ihrer eigenen Scheidung 1976 daneben um den Familiennachwuchs, zog die beiden Kinder weitgehend allein groß. Sohn Jan, 1971 geboren, lebt wie sie noch in Plauen, arbeitet im Laborbereich. Tochter Dorit (Jahrgang 1974) studierte Management und hat in Dresden ihren Aufgabenbereich gefunden, erweiterte die Familie zudem um die drei Enkelkinder. Schweren Herzens musste sich Elke Gierschner im Jahr 2002 für den beruflichen Ausstieg entscheiden, denn die Augen versagten zunehmend den Dienst. Inzwischen ist sie für die geliebte Lektüre, Lesen war und ist ihr wichtigstes Hobby, auf ein Vorlesegerät angewiesen, das die Buchstaben, Zeilen, Absätze, Kapitel, ganze Bücher scannt und ins Akustische überträgt. Früher hatte sie in Plauen im Chor gesungen (während des Studiums auch im Universitätschor Leipzig unter dem späteren Thomaskantor Hans-Joachim Rotzsch), das Wandern und Spazierengehen im heimischen Vogtland sorgte für Erholung. Mit Schulfreundin Gerda aus ihrer Jugendzeit pflegt sie noch immer den regelmäßigen Kontakt, mit ihren Mitabiturienten von der Erweiterten Oberschule trifft sie sich jährlich, Erinnerungen austauschend.
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