MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erika und Siegfried Geßner

Seit 55 Jahren gemeinsam glücklich

Erika und Siegfried Geßner

Stationshilfe
Krankenfahrer, Altenpfleger
An der Schlossmauer 7
04736 Waldheim

Im „Lindenhof“ von Waldheim haben sie sich einst kennengelernt, seit der Heirat 1963 sind sie gemeinsam durchs Leben gegangen, das ihnen weitestgehend glückliche Zeiten beschert hat. Siegfried Geßner wurde schon in Waldheim geboren, im Elternhaus wohnt er nun wieder. Mit vier Geschwistern wuchs er auf, eine schöne Kindheit, obwohl in durchaus bescheidenen Verhältnissen, war ihm vergönnt. Nach dem achtjährigen Besuch der Hanno-Günther-Schule absolvierte er eine Lehre als Beizer und Polierer in der Möbelfabrik von Berthold & Ketzscher Waldheim. Danach versuchte er sich rund ein Jahr im Westen Deutschlands, als er zurückkam, arbeitete er zwei Jahre in den Klappstuhlwerken Waldheim und danach beim VEB Jugendmöbel in Hartha, ehe er den Beruf wechselte und als Krankenwagenfahrer beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) startete. Er qualifizierte sich in Lehrgängen und ging nach 16 Jahren beim DRK ganz in den Pflegebereich, betreute nun sechs Jahre die Patienten der Waldheimer Psychiatrie, machte noch seinen Abschluss als Pfleger. Als mit dem Ende der DDR Umstrukturierungen angesagt waren, entschied er sich, nach Hessen zu gehen. Im Altenpflegeheim von Eppstein im Taunus fand Siegfried Geßner neue Aufgaben, entwickelte sich zum Stationspfleger. Obwohl er und seine Frau wunderschöne Jahre im Taunus erleben durften, entschied er sich, mit dem Ruhestand im Jahr 2002 wieder in die sächsische Heimat zurückzukehren, denn hier wartete das elterliche Haus. Im Döbelner Ortsteil Neugreußnig kam seine Frau 1941 als Erika Dietrich zur Welt. Sie wuchs ohne Vater auf, der aus dem Krieg nicht zurückkehrte. Die Familie, zu der vier Geschwister und zwei Halbgeschwister aus der 2. Ehe der Mutter gehörten, wurde später in Reinsdorf bei Waldheim ansässig, wo die junge Erika acht Jahre die Schule besuchte. Auf dem Volksgut Mügeln wurde sie in zwei Jahren im Acker- und Pflanzenbau ausgebildet, doch die Landwirtschaft entsprach nicht ihren Vorstellungen. Einige Monate arbeitete sie als Haushaltshilfe in Hartha, dann begann sie in der Zigarrenfabrik der Fa. Bergmann in Waldheim (ab 1972 VEB Waldheimer Stumpen), wo sie Stumpen per Hand drehte. 1967 wurde Sohn Kay geboren. In den letzten Jahren vor dem Wechsel nach Hessen war sie im Lager der „Delikat“-Geschäfte von Waldheim und Döbeln als Kommissioniererin tätig. In Hessen konnte sie als Stationshilfe im Altenpflegeheim, im dem auch ihr Mann arbeitete, befriedigende Aufgaben finden. Schöne Reisen führten das Ehepaar Geßner vor allem zu Landschaften am Meer. Anfangs liebten sie, wie die meisten DDR-Bürger, die Ostsee, doch nach 1990 erweiterten sich die Möglichkeiten. Die Karibik, den Golf von Mexiko haben sie genießen dürfen, ihre Traumreise hat sie nach Dubai geführt.
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