MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Erika Glaubitz

„Das Wesentliche kommt meist auf leisen Sohlen.“ (Eduard Mörike)

Erika Glaubitz

Ostrauer Str. 2
04749 Ostrau OT Schrebitz  

Sie ist gebürtige Schrebitzerin und kam als Hausgeburt 1942 zur Welt. Von einer behüteten Kindheit berichtet sie. Viel wurde gespielt, die Umgebung unsicher gemacht und noch heute erinnert sie sich was passierte, wenn sie gegen jede Ermahnungen am Mühlgraben herumtollte und hineinrutschte. Aber auch viel Hilfe in der Gärtnerei des Vaters wurde von ihr und ihrer Schwester verlangt. 1949–1957 besuchte sie die Schule, lernte dann in der Baumschule Bauchlitz drei Jahre den Gärtner-Beruf. Mit Beginn der Kollektivierung in der Landwirtschaft und Planung die Baumschule in eine LPG zu integrieren, ging sie in Gärtnerei ihres Vaters zurück. Doch auch der Vater blieb auf Dauer nicht privat, schloss sich der LPG an. Mit der Zeit erfolgte immer mehr Abbau, die Gärtnerei wurde schließlich ganz geschlossen. Erika Glaubitz wechselte erst in die Gärtnerei Kiebitz und später in den Obstbau. „Alles mit der Hand, Schnee und Kälte, in hohe Bäume klettern, eine schwere Arbeit war das“ erzählt sie heute. Als auch in der LPG „Erich Weinert“ die Rationalisierung einsetzte wurden der Obstbau und der Hopfenanbau in die Kooperationsgenossenschaft Ostrau integriert. Die Aufgaben von Erika Glaubitz wurden vielfältiger, aber auch körperlich wesentlich schwerer. Als die Wende kam, hatte sie Glück, konnte vorerst im Obstbau bleiben. Doch die jahrelang harte Knochenarbeit hatte Spuren hinterlassen. Gesundheitliche Probleme mit einem Arm und dem Rücken führten erst in lange Krankheit und schließlich in die Arbeitslosigkeit im Jahr 1993. Seit 2002 ist Erika Glaubitz Rentnerin und sagt, dass sie ihren Beruf immer geliebt hat und ihn jederzeit wieder wählen würde, auch wenn er ihr schlussendlich schwer zugesetzt und sie gesundheitlich geschädigt hat. Sie ist stolz auf ihre beruflichen Leistungen, die sie mit Durchhaltevermögen bewältigt hat. 1968 hatte sie ihren Mann während eines Urlaubs in der Sächsischen Schweiz kennengelernt. Aus gemeinsamer Wanderung wurde ab 1969 ein gemeinsamer Lebensweg. Nicht immer war alles einfach. Der zuvor zur See fahrende Mann blieb am Land und unzufrieden über die Diskrepanz zwischen der nun ausgeführten Arbeit als Schleifer in der Industrie und dem geringen Verdienst. Schließlich waren drei Kinder zu versorgen. Tochter Ines hatte Erika Glaubitz mit in die Ehe gebracht, Sohn Mike und Tochter Angela wuchsen der Familie später noch zu. 1970 hatte die Familie für 28 Mark Miete ein Haus bezogen, dass sie nach der Wende kaufen und rekonstruieren konnten. Der eigene Garten in unmittelbarer Nähe ist heute Möglichkeit zur Betätigung, Handarbeiten nach wie vor freudvolles Tun. „Früher habe ich mir alles selbst genäht“ erzählt sie. Die Verbindung zur Schwester ist eng. Gemeinsame Zeit wird tut beiden gut. Denn die Kinder sind leider weit entfernt wohnhaft und ihren Mann musste Erika Glaubitz 2017 zu Grabe tragen. Das Leben hat sich indessen auf das Wesentliche reduziert. Die Familie spielt dabei eine immer größere Rolle. So hofft Erika Glaubitz, dass ihre Kinder sie möglichst oft besuchen kommen und sie selbst auch noch oft zu ihnen reisen kann.
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