MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hans-Peter Geßner

Passion: Häuser am PC kreieren

Hans-Peter Geßner

Dipl.-Ing. (FH)
Bonhoefferstr. 15
07747 Jena
Fon: 03641 / 333672

Hans-Peter Geßner, geboren 1945 in Jena, absolvierte in seiner Heimatstadt die Polytechnische Oberschule (POS) bis zur 10. Klasse. Diese verließ er jedoch ohne Abschluss, da die Russisch-Prüfung zweimal nicht bestanden wurde. Seinem Berufswunsch für eine auswärtige Ausbildung bei der Deutschen Seereederei (DSR) wurde von der zuständigen Abt. beim Rat der Stadt ebenfalls nicht entsprochen, da bei Carl Zeiss Jena dringend Lehrlinge im Metallberuf gesucht wurden. So begann er dort deshalb eine Lehre zum Fräser, brach diese aber vorzeitig ohne Abschluss ab. Kurze Zeit arbeitete er nun als Beifahrer bei der GHG „Obst, Gemüse, Konserven“. Im Mai 1964 wurde Hans-Peter Geßner für drei Jahre zur Volksmarine nach Stralsund eingezogen. Hier erfolgte seine Ausbildung zum Navigator und Bootsführer sowie Kampfschwimmer. Nach der Entlassung folgte er dem Rat eines Freundes und nahm bei Schott&Gen. in Jena die Tätigkeit als Maschinenfahrer auf. Daneben absolvierte er an der Betriebsakademie berufsbegleitend eine Facharbeiterausbildung zum automatischen Glasverarbeiter. Gleichzeitig engagierte er sich im Betrieb aktiv als ehrenamtlicher Betriebssekretär der FDJ. 1970 folgte Hans-Peter Geßner dann dem Ruf in die FDJ-Bezirksleitung Gera, wo er in verschiedenen Funktionen nun hauptamtlich tätig war. Nebenbei holte er an der VHS den Abschluss der 10. Klasse nach und wurde für ein Jahr an die Bezirksparteischule delegiert. „Doch auf Dauer wollte ich kein Berufsjugendlicher sein“, sagt er, ging deshalb zurück in die Wirtschaft und wurde Einkäufer bei Carl Zeiss Jena, zunächst im Kombinatseinkauf, nach dessen Auflösung dann im Einkauf für den G-Betrieb. Hier schloss er nach drei Jahren Studienzeit neben der Arbeit als Ingenieur ab. Doch nach der Wende erfolgte auch hier die Abwicklung und er machte „quasi als Letzter das Licht aus“. Knapp zehn Jahre zuvor gab es noch einen Einschnitt in seinem Leben, der zum Parteiausschluss aus der SED führte. Auf Grund einer Denunziation, die sich später als haltlos herausstellte, wurde Hans-Peter Geßner für einige Zeit von der Staatssicherheit wegen Geheimnisverrats in Gewahrsam genommen. „Das führte letztlich zu einem Bruch in meinem Weltbild“, sagt er heute. Nach der Abwicklung seines Betriebes war er viele Jahre arbeitslos, nur zeitweise unterbrochen durch Fortbildungsmaßnahmen (z. B. Anpassungsstudien im Facility- und Qualitätsmanagement), ABM sowie befristete Tätigkeiten. Nebenberuflich wirkte er aber bereits als selbständiger Bauberater. Von 1970–1975 war er Mitglied des Kabaretts „Die Rüttler“ der BBS vom BMK Erfurt in Jena. Dieses hatte er gemeinsam mit einem Jenaer gegründet. Während seiner Kabarett-Zeit begleitete er als hauptamtlicher FDJ-Sekretär die Lehrlinge oft auf Baustellen und eignete sich dabei autodidaktisch viele Fachkenntnisse an, die er nun für seine neue Tätigkeit als Bauberater nutzen konnte. Anfang des neuen Jahrtausends wurde er damit dann hauptberuflich tätig, ging 2008 in den Ruhestand und gab zwei Jahre später aus gesundheitlichen Gründen auch seine Firma endgültig auf. Seit über vierzig Jahren ist er mit seiner Ehefrau Renate verheiratet, die bis heute bei Zeiss Jena arbeitet. Sie haben eine Tochter Simone sowie einen Enkelsohn. Auch im Ruhestand kann Hans-Peter Geßner von seiner Passion nicht lassen und konstruiert weiterhin gerne Häuser am PC. Sei Wunsch ist, einen Vierseitenhof zu erwerben und nach eigenen Vorstellungen auszubauen. Vielleicht hilft ihm dabei eines Tages sein Enkel.
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