MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Diplom-Physiker Rudolf Giebel

Aus Liebe in Berlin

Rudolf Giebel

Rentner Tiergartenstr. 36 12683 Berlin

Rudolf Giebel wurde im August 1941 in Waltersdorf, Kreis Teltow geboren. Er war einer der ersten, der in der damaligen DDR die 10. Klasse abschloss. Das war 1957. Danach absolvierte der junge Rudolf eine zweijährige Lehre zum Eisenbahner. Er lernte das gesamte Spektrum der Eisenbahn kennen, nur das Lokfahren nicht. Rudolf Giebel mochte dann den Beruf des Eisenbahners nicht. Er erhielt eine Delegierung zur Arbeiter- und Bauernfakultät (ABF) und konnte dort 1961 sein Abitur ablegen. Seine Freundin und spätere Ehefrau Friederun hielt ihn in Berlin. Studienplätze waren zur damaligen Zeit in Berlin rar. An der Humboldt-Universität Berlin gab es in der Fachrichtung Physik freie Plätze. Also schrieb sich Herr Giebel dafür ein und studierte bis 1966. Das Physikstudium schloss er mit dem Diplom-Physiker ab. Bereits als Kind hat sich Rudolf für Radiotechnik interessiert. Als Schüler war er in einer Arbeitsgemeinschaft Radiotechnik und baute sein erstes Radio. Bis heute werkelt er an defekten Radios und repariert sie. Der Diplom-Physiker suchte sich Arbeit im Bereich Elektronik. Nach dem Studium begann er in einem Fernmeldebetrieb zu arbeiten und entwickelte Schaltkreise für die PC-Steuerung. Nach einem Jahr wechselte der Elektroniker in einen Betrieb der Messelektronik und war an der Entwicklung der Feldstärke Messtechnik mitbeteiligt. Nach drei Jahren, mittlerweile verheiratet, ging Diplom-Physiker Giebel ans neu erbaute Zentrum der Akademie für Marxistisch-Leninistische Organisationswissenschaft das in seiner Wohngegend entstand. Zentrale Aufgabe war die Einführung der PC-Technik in die volkseigene Produktion. Rudolf Giebel war als Organisator tätig, der Programme für das Patentamt entwickelte. Durch den Wechsel der Regierung Ulbricht / Honecker in der DDR 1972 wurde die Akademie aufgelöst. Weitere Arbeitsplätze folgten, so am Institut für Wissenschaftlich-Technische Entwicklung, in einem Werk für Fernsehelektronik nach der Wende, als Meister in einem kleinen Unternehmen für die Steuerung von Fahrstühlen. Spannend war für Herrn Giebel die Entwicklung des Farbfernsehens, an der er beteiligt war. Neben der Arbeit waren Herrn Giebel seine vier Kinder samt Frau wichtig und der Bau des Eigenheims. Der Einzug ins eigene Haus 1975 war eine ganz besondere Station im Leben des Wahlberliners. Hier lebt er heute allein, liest politische Bücher, schaut politische Sendungen und beschäftigt sich in Garten und Haus.
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