MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Prof. Dr. rer. nat. Jörg Gloede
Geben und Nehmen
Chemiker
Albert-Schweitzer-Straße 34
12587 Berlin
E-Mail: j.gloede@t-online.de
„Man kann nichts nehmen, wenn man nichts gibt.“ Professor Jörg Gloede fand stets das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen, was sich in Wissen, Können, dem Gewinn aus Fähigkeiten und Fertigkeiten, intelektueller Flexibilität sowie in einem hervorragenden Verhältnis zu seinen Mitarbeitern spiegelt.
Am 29.08.1937 in Steffenshagen geboren, war der spätere berufliche Werdegang zum einen durch seinen Onkel, der eine Apotheke führte, des weiteren durch seinen früheren Chemielehrer, einem exzellenten Pädagogen, vorgezeichnet.
Als Pastorensohn gestaltete sich die Aufnahme des Studiums schwierig. Das unmöglich Scheinende realisierte sich in den Jahren 1956/61 an der Universität Rostock, welche Jörg Gloede als diplomierter Chemiker verließ.
Als wissenschaftlicher Aspirant der Humboldt-Universität Berlin, arbeitete er zeitgleich am Institut für Organische Chemie der Deutschen Akademie der Wissenschaften.
Nach Promotion 1965 avancierte er am Institut zum Assistenten wie Oberassistenten sowie von 1969/91 zum wissenschaftlichen Mitarbeiter am Zentralinstitut für Organische Chemie, Abteilung Phosphororganica.
Zahlreiche Arbeitsaufenthalte führten in die Tschechoslowakei, die UdSSR oder nach Polen, weiterhin eine Gastprofessur 2000/2001 an die Louis-Pasteur-Universität Straßburg. Dr. Jörg Gloede wurde 1988 zum Professor ernannt.
Als Projektleiter zahlreicher Forschungsvorhaben, sind ihm u. a. ebenso 110 Publikationen, 82 Vorträge und Poster sowie 25 genutzte Patente zu verdanken – ein Schaffensprozess, der ihm alles abverlangte, Freude, Erfüllung und neben vielen Ehrungen nicht zuletzt den Nationalpreis sowie den Preis der Akademien der Wissenschaften DDR/Polen einbrachte.
Seine Forschungsarbeit war 1975 durch einen Halmstabilisator gekrönt, der Getreide bei Gewitter und Wind aufrecht stehen ließ – eine Chemikalie, die gleichsam für das Nachreifen von Bananen genutzt und bis heute in Bitterfeld produziert wird.
Focus wissenschaftlicher und forschender Tätigkeit lag auf phosphorhaltigen Pflanzenschutzmitteln und neuen Laborchemikalien, welche in weltweiten Katalogen verzeichnet sind.
Auf einer internationalen Konferenz erfuhr er, dass Serin auch in Japan nicht auf biochemischem Weg sondern nach dem Verfahren Gloede hergestellt wird.
Nach der Wende richtete er seine wissenschaftliche Arbeit auf Trennung radioaktiven Materials, mit Hilfe von Calixarenen.
Prof. Gloede ist seit 1960 verheiratet, Vater einer Tochter und Großvater eines Enkels.