MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Manfred Gerstenberg
Mit Geradlinigkeit und Fleiß durchs Leben
Schlosser, Schmierstofffacharbeiter,
Meister der Instandhaltungsmechanik
Wilhelm-Florin-Str. 36
01591 Riesa
Manfred Gerstenberg kam am 14.04.1938 in Gröba, einem Ortsteil von Riesa, zur Welt und wuchs mit vier älteren Geschwistern auf. „Mein Bruder Helmut zählt bis heute zu meinen Vorbildern im Leben“, erzählt er. Der Vater arbeitete nach dem ersten Weltkrieg als Maschinist in der Ziegelei Zeithain. Die Mutter war Hausfrau. Von 1944–1952 besuchte Manfred die Schule in seiner Heimatstadt und absolvierte im Anschluss eine zweijährige Schlosserlehre im Stahlwerk Riesa. „Hier habe ich bis zum Frühjahr 1955 auch das Rohrwerk II mit aufgebaut“, erinnert er sich. Von 1955–1956 ging Manfred Gerstenberg als Industriearbeiter auf das Land zur MTS nach Krieschow bei Cottbus, anschließend wieder zurück ins Stahlwerk. „Hier arbeitete ich in einer Spezialabteilung, der sogenannten „Hundeschmiede“, wo Abstreifer hergestellt wurden, mit denen sich das Walzgut nicht um die Walze wickelte“, erklärt er. Von 1957–1959 war Manfred Gerstenberg als Freiwilliger bei der Armee. Danach ging er erneut ins Stahlwerk, qualifizierte sich weiter als Schmierungsfacharbeiter und bekam das Angebot, zukünftig als Revisor des Schmierstofflabors tätig zu sein. Parallel wurde Manfred Gerstenberg Meister der Instandhaltungsmechanik, wofür er drei Jahre wöchentlich die Abendschule besuchte.
1960 heiratete Manfred seine Frau Brunhilde, eine Ingenieur-Ökonomin. Mit Heike (1960; Handelskauffrau, Ökonomin) hat das Paar eine Tochter und mittlerweile zwei Enkel sowie fünf Urenkel. „Da bei meiner Frau nach der Geburt Gebärmutterhalskrebs festgestellt wurde, der eine Totaloperation nach sich zog, konnten wir leider keine weiteren Kinder bekommen“, berichtet Manfred Gerstenberg. Im Zuge der Wende wurden viele Mitarbeiter des Stahlwerkes auf „Kurzarbeit Null“ gesetzt. „Von 1992–1993 habe ich im Rahmen einer ABM-Maßnahme das Stahlwerk, welches ich zuvor jahrelang mit aufgebaut hatte, demontiert. Ein bisschen Wehmut war schon dabei“, berichtet er. Von 1993–2001 arbeitete Manfred Gerstenberg in der Firma Riesaer Holzbauelemente als Lagermeister und wurde anschließend pensioniert. Bereits seit 1986 hat er sich mit verschiedenen Drechselarbeiten ein neues Hobby geschaffen, was ihn neben seinem 1971 erworbenen Eigenheim und der Gartenarbeit nun ausfüllt. „Außerdem waren wir ab 1968 regelmäßig im Mecklenburgischen campen und haben uns 1989 einen Queck Junior geleistet“, erinnert er sich stolz. Seit 1962 ist Manfred im Kegelverein. „Aus zwölf Mitgliedern sind zwar mittlerweile sechs geworden, aber wir treffen uns noch immer wöchentlich“, erzählt er. 2018 verstarb seine liebe Frau Brunhilde, was nach dieser langen, glücklichen Ehe eine große Lücke hinterlässt. Dennoch schaut Manfred Gerstenberg positiv nach vorn und hofft, bei stabiler Gesundheit auf noch weitere gute Jahre im Kreise seiner Lieben.