MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Arndt Germann

„Der Bauer hat wohl ‚ne grobe Hand, aber einen feinen Verstand“ (Deutsches Sprichwort)

Arndt Germann

Landwirt
Reinsdorf 20
04736 Waldheim

Arndt Germann wurde 1932 als eins von vier Kindern einer Landwirtfamilie geboren. Er erinnert sich noch gut an die Kindheit: Mitarbeit auf dem elterlichen Hof und das Kühe hüten. 1938 – während der Kriegszeit – eingeschult waren es damals vier Klassen die in einem Raum gleichzeitig unterrichtet wurden. 1.–4. Klasse und 5.–8. Klasse wurden so zusammengefasst. Der Lehrer, Herr Löwe, kam aus Hartha im Winter mit Schneeschuhen in die Schule nach Reinsdorf. 1946 beendete der junge Arndt die Schule. Er hatte indessen das Kriegsende miterlebt und berichtet, dass der Amerikaner am 8. Mai die Brücke Waldheim besetzte und auf der anderen Seite die Russen standen. Hunger und Not konnte er sehen, musste sie glücklicherweise selbst nicht erleiden. Doch er erinnert sich an die überfüllten Züge nach Chemnitz mit den Trauben von Menschen auf den Trittbrettern, die auf dem Land Essen besorgt hatten. Von Anfang an war klar, dass er als Erstgeborener einmal den Hof übernehmen sollte. Er besuchte drei Jahre die Berufsschule Waldheim, später die Landwirtschaftsschule Döbeln und arbeitete auf dem Hof der Eltern. 1960 – gleich zu Beginn der Kollektivierung in der Landwirtschaft – traten die Eltern der LPG „Heimaterde“ Typ I bei, brachten ihre 17 Hektar Land ein. Arndt Germann wurde im Bereich Pflanzenbau eingesetzt. Er arbeitete als Traktorist bis zur Wende. Seine Frau Christine (verstorben 2015) teilte mit ihm nicht nur das private, sondern auch das Arbeitsleben. Auch sie war Landwirtin. Die Schwiegertochter erinnert sich heute noch an sie und sagt :„Eine bessere Schwiegermutti hätte ich gar nicht haben können. Sie war humorvoll, lebenslustig und immer für alle da.“ Alle, das sind Tochter Heidrun (geb. 1960, Lehrerin), Sohn Thomas (geb. 1962, Elektriker), Tochter Birgit (geb. 1965, Handelskauffrau), Sohn Michael (geb. 1972, Landwirt) und ihre Familien mit den indessen acht Enkelkindern und drei Urenkelchen. Arndt Germann erlebte die Wendeereignisse mit Auflösung der LPG und Reprivatisierungsmaßnahmen nicht mehr hautnah mit. Mittels Altersübergang ging er in die Rente. Die Zeiten haben sich indessen sehr verändert, erzählt er. 1960 hatte Arndt Germann aus Nordhausen einen Traktor „Famulus“ geholt, war stolz mit ihm über die Straßen nachhause getuckert. Sohn Michael nutzt heute einen hochmodernen „John Deere“-Traktor – ein wahres technisches Wunder und Kraftpaket im Vergleich dazu. Arndt Germann hat ihn sich angesehen und festgestellt „gar kein Vergleich!“. Gefahren hat er den neuen Traktor nicht mehr. Sein Beruf hat ihm Spaß gemacht, doch indessen ist es Zeit sich auszuruhen. Wiedereinrichter wollte er nach der Wende nicht werden. Sohn Michael – auch Landwirt – schloss die Übernahme für sich damals ebenfalls aus. Die Einigkeit betraf nicht nur diese Entscheidung, sie ist auch insgesamt in der Familie Germann vorhanden. Arndt Germann ist stolz auf seine Kinder und ihre Entwicklungen. Großvater Robert hat das Gut 1896 gekauft. Arndt Germanns Eltern und er haben es bewirtschaftet. Sein Wunsch ist, dass dieses Erbe und die damit verbundene Tradition erhalten bleiben.
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