MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Helmut Gerstenberg
„Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück …“
mit Sohn Werner Gerstenberg
Dipl.-Militärwissenschaftler i. R.
Friedrich-Engels-Str. 43
01587 Riesa
„Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu andrer Glück, denn die Freude die wir geben kehrt ins eigne Herz zurück.“ Diesen schönen, alten Spruch bekam Helmut Gerstenberg, geboren am 30.12.1928 in Gröba, heute Stadtteil von Riesa, bereits in früher Kindheit anerzogen. Leitbild für die eigene Lebensentwicklung war sein Vater, der ihm Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Standhaftigkeit als Selbstverständlichkeiten vorlebte und seinen Sohn wie alle sechs Kinder in entscheidendem Maße prägte.
Die Geschwister durften große Freiheit genießen. Es existierte nur ein einziges Verbot – nicht an und in der Elbe zu spielen. Natürlich setzten sich die Kinder darüber hinweg. Später freundete sich Helmut Gerstenberg mit dem Pächter eines großen Obstgartens an, half ihm häufig und durfte als Dank so viele Früchte wie er wollte mitnehmen. Zumindest an Obst mangelte es der Familie nicht.
Nach der Schule ließ sich Helmut Gerstenberg in der Privatfirma Richard Nitzsche zum Maschinen- und Bauschlosser ausbilden, und erhielt 1946 den Gesellenbrief. Er wurde von den Schrecknissen des Krieges eingeholt. Gegen Kriegsende in englische Gefangenschaft geraten, ertrug er diesen Zustand nicht. Er floh.
1947 begann er in der mechanischen Werkstatt des Reifenwerkes, wechselte ein Jahr später ins Volkspolizeikreisamt und widmete sich seiner Polizeiausbildung. Ab Oktober 1949 gehörte er der 10. Volkspolizeibereitschaft Zwickau an. Aus diesen Bereitschaften heraus gründete sich die Nationale Volksarmee, von welcher Helmut Gerstenberg übernommen wurde. Er nahm an der Militärakademie Dresden sein Studium auf und erhielt 1963 sein Diplom als Militärwissenschaftler. Zur weiteren Qualifizierung besuchte er 1975 für ein Jahr einen Lehrgang in Kiew.
Sein beruflicher Werdegang war von diversen Versetzungen geprägt, was für die Familie häufige Umzüge zur Folge hatte. Während seiner Laufbahn war er u. a. Chef Truppenluftabwehr eines Verbandes der Nationalen Volksarmee der DDR. Er gehörte zum Schluss der Verwaltung Inspektion des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR an und wurde 1988 als Oberst in den wohlverdienten Ruhestand entlassen.
Geheiratet hatte Helmut Gerstenberg am 30.10.1948. Seine Hildegard schenkte ihm Sohn Werner und Tochter Gisela und die Eheleute wurden Großeltern von fünf Enkelkindern. Heute ist Helmut Gerstenberg schon seit vielen Jahren allein. Seine Frau verstarb 2006.
Den Herbst des Lebens verschönt er sich mit Literatur. Jährliche Treffen mit früheren Offizieren und Teilnahme an Maßnahmen des deutschen Bundeswehrverbandes haben einen festen Platz im Kalender. In diesem Zusammenhang ist Helmut Gerstenberg stolz darauf, in der einzigen deutschen Armee gedient zu haben, die nie einen Krieg führte, nie an einem Krieg teilgenommen und niemals Truppen im Ausland stationiert hatte.
Er verfügt über die Gabe, sich an Kleinigkeiten erfreuen zu können und trägt, um glücklich zu sein, wann immer es ihm möglich ist, zu andrer Glück bei.