MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Reinhard Germer

Mehr erreicht als achte Klasse

Reinhard Germer

Schlosser
E-Lok-Fahrer im Tagebaubetrieb
Robert-Koch-Str. 2
04643 Geithain
Fon: 034341 / 41403

Ein erfolgreiches Berufsleben zu gestalten, war Reinhard Germer vergönnt. Zwar hatte dieser ursprünglich nur die 8. Klasse abgeschlossen, doch seine Chancen genutzt, sich beruflich weiterzuentwickeln, sich Können anzueignen und mit Einsatzbereitschaft zu kombinieren. Geboren 1952 im kleinen Ort Haubitz (bei Borna/ Landkreis Leipzig) wuchs der Sohn eines Zimmermannes mit einer älteren Schwester auf. Nach dem Schulbesuch im Nachbarort Eula (1958–66) folgte eine dreijährige Lehre als Schlosser. Diese absolvierte er in der Lehrwerkstatt Großzössen des Braunkohlenwerks (des späteren Braunkohlenkombinates BKK Borna). Unmittelbar danach erhielt er die Möglichkeit, sich zum Triebfahrzeugführer im Tagebau Witznitz ausbilden zu lassen. Doch 1970 rief erst einmal der anderthalbjährige Grundwehrdienst. Diesen leistete er bei der Bereitschaftspolizei in Leipzig (bei der Musterung hatte er wohlweislich darauf hingewiesen, dass die Grenztruppen der Nationalen Volksarmee nicht der richtige Einsatzort wären). 1972 zurück im Zivilleben, standen noch die praktischen Übungen (Streckenkundefahrten) für die zukünftige Arbeit im Tagebaubetrieb an. Danach war für die nächsten Jahre bis 1991, als nach dem Ende der DDR Umstrukturierungen in der Braunkohleförderung seinen Job kosteten, die E-Lok sein Arbeitsplatz, galt es den Kampf mit schweren Zuglasten, mit Hitze und Frost im wenig geschützten Führerstand zu bestehen. Im Dezember 1991 fand er im Bauwesen neue Aufgaben, war nun fünf Jahre als Maurer (in früherer Feierabendarbeit angeeignet) unterwegs. 1996 konnte er im erlernten Beruf als Betriebsschlosser im Hobelwerk Geithain einsteigen. Als ihn die Firma entließ, qualifizierte er sich in einem Schweißerlehrgang und jobbte für eine Zeitarbeitsfirma, ehe ihm zuletzt für drei Jahre eine Geithainer Firma für Stahlbau neue Möglichkeiten bot. Doch gesundheitliche Probleme setzten im Jahr 2008 seiner beruflichen Tätigkeit ein vorzeitiges Ende. Seine Frau Elke (Heirat 1977), war als Bankkauffrau tätig, ist bereits im Jahr 2010 verstorben (vom Leipziger Krankenhaus, in dem seine Frau behandelt wurde, weiß Reinhard Germer nicht nur Erfreuliches zu berichten). Die beiden Kinder Tilo und Anja, die Frau Elke mit in die Ehe brachte, wurden zu selbstverständlichen Mitgliedern der Familie wie die gemeinsame Tochter Romy, 1978 geboren. Noch heute wohnt Reinhard Germer in dem Haus, das die Eheleute 1981 kauften und bis Juni 1983 mühevoll umbauten. Die Baustoffversorgung in der DDR war schlecht, Materialkauf deshalb eine Herausforderung. Er ist stolz auf die damalige Leistung, die der Familie schon damals ein schönes Wohnen und den Kindern je ein eigenes Zimmer ermöglichten.
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