MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Hermann und Brigitte Gelbrich

Sonntagsehe

Hermann und Brigitte Gelbrich

Elektromonteur
Facharbeiterin für Keramik
Pestalozzistr. 3
04680 Colditz

Es war der 1. Mai des Jahres 1977, der zudem ein Sonntag war, als sich bei der Feier zum Tag der Arbeit in der Blauen Diskothek von Colditz Brigitte Winkler (so ihr Geburtsname) und Hermann Gelbrich zum ersten Mal begegnet sind. In den folgenden vierzig Jahren sind sie durch Höhen und Tiefen gegangen, doch alles fügte sich so, dass sie mit Dankbarkeit auf Leben, Arbeit und Familie blicken können. Heute wohnen sie wieder in dem Haus, in welchem Hermann Gelbrich 1953 das Licht der Welt erblickte. Er war ein Nachzügler, aus den ersten Ehen seiner Eltern stammen sieben Halbgeschwister. Zehn Jahre besuchte er die Schule, nachdem Abschluss 1969 wurde er in zwei Jahren vom Kreisbetrieb für Landtechnik als Elektromonteur ausgebildet. Dazu wurde er nach Thüringen ins Internat geschickt, in Gangloffsömmern lernte er Theorie und erste Praxis, ehe er zurück in der Heimat seine Lehre abschließen konnte. Anderthalb Jahre nahm ihn die Armee in die Pflicht, dann arbeitete er noch ein Jahr in der Landtechnik, wechselte 1975 als Betriebselektriker zum VEB Hauswirtschaft Grimma. Mit dem Aufkommen des Farbfernsehens waren neue Antennen zu installieren, die vorwiegend nach Westen ausgerichtet wurden. Nun ging es abenteuerlich aufs Dach. Nach der Wende wurde der Antennenbau zur Firma Televis GmbH Grimma privatisiert. 1993 begann er bei der Arktis GmbH Grimma (Kälte, Klima Firma), war in ganz Mitteldeutschland viel unterwegs. 2016 ging er in den Ruhestand. Seine Frau Brigitte (Heirat 1978) stammt aus der Wittenberger Gegend. In Ruhlsdorf (zwischen Elster und Jessen), wo sie 1958 geboren wurde, wuchs sie im Kreis von acht Geschwistern auf. Die Schule besuchte sie erst im Heimatort, dann bis zum Abschluss der 10. Klasse in Jessen. Im nahen Annaburg wollte sie sich im Sintolananwerk ausbilden lassen, doch die Lehrlinge der Branche wurden in Colditz zusammengefasst, so kam sie hier ins Internat. Zwar sollte sie nach dem Facharbeiterabschluss in Annaburg beginnen, doch inzwischen war die Familiengründung fortgeschritten, so sah sie Colditz bald wieder. Im VEB Porzellanwerk konnte sie sich vielfältig einbringen, war u. a. in der Gießerei und am Brennofen tätig. Sie engagierte sich in den letzten Jahren für die Kollegen im Betriebsrat, bis das Werk 1996 geschlossen wurde. Nach kurzer Arbeitslosigkeit begann sie 1997 bei der Ruka Ofenkeramik und Zubehör GmbH Mügeln, ehe sie 2008 mit Erwerbsunfähigkeitsrente ausschied. Schwere Krankheit (zuvor im Jahr der Silberhochzeit 2003 auch bei ihrem Mann eingetreten) machte eine weitere Tätigkeit unmöglich. Beide konnten glücklicherweise die gesundheitlichen Schwierigkeiten letztendlich überwinden. Nun hat Brigitte Gelbrich mehr Zeit, sich um die vier Enkel zu kümmern, denn die beiden Töchter Claudia (geb. 1981) und Mandy (geb. 1978) arbeiten. Claudia ist als Friseurmeisterin und Kosmetikerin angestellt. Mandy ist als Kosmetikerin selbstständig.
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