MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Lothar Geisler
„Wenig hervortreten, viel leisten, mehr sein als scheinen.“ (Alfred Graf von Schlieffen)
Georg-Herwegh-Str. 23
04158 Leipzig
Fon: 0341 / 9124756
Lothar Geisler wurde 1937 geboren und wollte eigentlich nach der 8. Klasse Chemiker werden. Doch sein Klassenlehrer sah mehr Potential in ihm, veranlasste ihn, sich für den Besuch der Oberschule zu bewerben. Das tat der junge Mann dann auch, wurde allerdings abgelehnt, weil nicht genug Plätze vorhanden waren. Also entschied er sich eine Lehre aufzunehmen. Auf Grund sehr guter Leistungen beendete er diese bereits nach 2 ½ Jahren, war nun Betriebsschlosser (1953), blieb als solcher im Ausbildungsbetrieb tätig. Doch er hatte andere Ziele, wollte sich entwickeln, Ingenieur werden. Ein Betriebswechsel und ein dort geführtes Gespräch zu seinen Perspektiven, verwies auf den Vorteil, zuvor den Wehrdienst abzuleisten. Das realisierte er, wenn auch letztendlich mit Unteroffizierslaubahn und insgesamt fünf Jahren Dienstzeit. Während dieser lernte er seine Frau Barbara (geb. 1940, Fotolaborantin, Fotografin) kennen, heiratete sie 1961. Im Frühjahr 1962 kehrte er in seinen Betrieb zurück, nahm 1963 das Ingenieurstudium in Leipzig auf und schloss es 1967 als Ingenieur für Technologie und Maschinenbau ab. Im VEB Drehmaschinenwerk Leipzig kam er erst als Entwicklungstechnologe, dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung und Entwicklung als Konstrukteur, Gruppenleiter bis zum Abteilungsleiter bis 1993 zum Einsatz. Vor der Wende war er in FDJ, Partei und Gewerkschaft aktiv. Danach war er Mitglied des Betriebsrates und erlebte den Abbau in der Firma mit. Das Produktionsprofil (Mehrspindeldrehautomaten) war in Deutschland nicht mehr so gefragt und der Hauptauftraggeber Russland fiel weg, die früheren Aufträge für das SW und NSW (Sozialistische und Nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet) blieben aus, weil nun DM-Preise zu bezahlen waren. Mitarbeiter ab 55 Jahren wurden gedrängt, in den Vorruhestand zu gehen. So auch Lothar Geisler, der zuvor selbst viele Unterschriften auf anderen Entlassungspapieren hatte leisten müssen. Zu diesem Zeitpunkt war die Belegschaft von 1400 auf 400 Menschen geschrumpft....“auch nicht mehr für lange....“, erzählt Lothar Geisler. Das plötzliche Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess war für den engagierten Mann sehr problematisch. Seine Frau war zu der Zeit im Büro einer Sanitärfirma tätig und konnte ihn für Teilbeschäftigung vermitteln, was es für ihn einfacher machte, sich an die neue Situation etwas zu gewöhnen. Doch eine neue Herausforderung musste her. Die schaffte Familie Geisler selbst, mit Planung und Bau ihres Eigenheims 1997–1999 auf ihrem Grundstück. Beschäftigung gab es dabei ausreichend, von der selbst erstellten Bauzeichnung bis zur Ausführung der handwerklichen Arbeiten – ausgenommen derer, die nur durch Fachfirmen vorgenommen werden konnten. Ein Kleinod ist entstanden, mit hübschem Garten und vor allem immer währender Möglichkeit, sich freudvoll zu beschäftigen. Seit 2000 befindet sich auch Babara Geisler im Ruhestand und so genießen die Eheleute, worauf sie mit Recht stolz sind: Die Entwicklung der Kinder Elke (Kaufmännische Angestellte bei der AOK) und Matthias (Dr. der Chemie), vier Enkel und die Urenkel und die Freude über das selbst Geschaffene.