MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Reinar Geipel
Das Leben ist kein Honigschlecken
Lehrmeister
08228 Rodewisch
Im Örtchen Buchwald im Vogtland erblickte Reinar Geipel 1937 das Licht der Welt, doch aufgewachsen ist er in Taucha bei Leipzig, wo der Vater bei den Mitteldeutschen Motorenwerken verpflichtet war. Die Bombenangriffe ließen es 1944 angeraten erscheinen, zurück ins Vogtland, zur Tante nach Rodewisch zu gehen. Nach dem Abschluss der 8. Klasse 1951 begann Reinar Geipel eine Lehre als Dreher in der Ellefelder Maschinenfabrik ELMA. In zehn Berufsjahren sammelte er Erfahrung, war für ein Jahr zur Maschinen- und Traktorenstation (MTS) zur Hilfe in der Landmaschinentechnik zwangsabgeordnet, sein Können war für die MTS ein echter Gewinn, aber es hielt ihn nicht. Dann zurück im Werk wurde er in der Gütekontrolle eingesetzt und konnte die Meisterschule besuchen. Sein Wissen weiterzugeben, wurde ihm möglich, als er für die Bereiche Berufsausbildung und Polytechnischer Unterricht (für Schüler der oberen Klassenstufen) eingesetzt wurde, er einen zusätzlichen Abschluss als Lehrmeister vorweisen konnte. In diesem vielseitigen wie pädagogisch verantwortungsvollen Bereich war er bis 1990 tätig, als der Betrieb im Zuge neuer wirtschaftlicher und politischer Bedingungen geschlossen wurde. Bei der Aufbauwerk Vogtland GmbH fand er neue Möglichkeiten bei Lehrausbildung und Umschulungen. Ende 1992 ging er in den Vorruhestand, konnte halbtags als Hausmeister eines von der Volkssolidarität betriebenen Kindergartens sinnbringend tätig sein, bis gesundheitliche Probleme jeglichen Verzicht auf Berufstätigkeit forderten.
Seit 1982 hatte er sich den Honiglieferanten verschrieben, war bald mit den Bienenvölkern vertraut, agierte zu DDR-Zeiten als Vorsitzender der Kreisverbandes der Imker und engagierte sich auch hier für den Nachwuchs. Im sächsischen Raum ist er bis heute sachverständig als Beobachter unterwegs. Auch seine inzwischen eingeschränkte Beweglichkeit kann ihn nicht hindern, sich um seine Bienen zu kümmern, Honig zu schleudern und abzufüllen. Der Vater von vier Kindern (drei Jungen, ein Mädchen) hat deren Glück und Leid erlebt. Ab 1960 war Reinar Geipel mit Frau Maria verheiratet, seit er verwitwet ist, steht eine Lebensgefährtin an seiner Seite. Freude bereiten auch die drei Enkelkinder.