MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Rolf Gehringer
Der Offizier und die Bahn
Veilchenweg 12
04849 Bad Düben
Fon: 034243 / 22414
Rolf Gehringer, am 10.07.1936 geboren, schloss unmittelbar an den Abschluss der 8. Klasse die Lehre zum Betriebsschlosser im Reichsbahnausbesserungswerk Meiningen an, besuchte später die Offiziersschule in Stahnsdorf (1957–1960) und beendete diese als Unterleutnant. In den Militärbezirk III der Nationalen Volksarmee kommandiert, diente er hier – für den Kfz-Dienst ausgebildet – als Transport- und später als Instandhaltungszugführer. Nach nur einem Jahr erfolgte die Versetzung nach Wolfen, später nach Großenhain und schließlich 1971 nach Bad Düben mit der Dienststellung Stellvertreter des Kommandeurs für Technik und Bewaffnung. In dieser und mit dem Dienstrang Major erlebte er auch die Wende in der DDR. Ein Jahr gehörte er noch dem Technischen Dienst der Bundeswehr an, begleitete die Auflösung seiner Dienststelle. Nun 55-jährig schied er aus dem aktiven Dienst aus und nahm die befristete erweiterte Versorgung in Anspruch. Für Ehefrau Hannelore (verheiratet seit 1962) endete an diesem Punkt „das unstete Leben“, wie sie es nennt und dabei fünf versetzungsbedingte Umzüge anspricht und die Auswirkungen auf die Familie. Der Bekannten- und Freundeskreis blieb zurück, beide Kinder, heute beide Diplomingenieure, mussten die Schulen wechseln. Zuletzt war die kaufmännisch Ausgebildete als Leiterin für Hauswirtschaft im Gesundheitswesen tätig. Sie empfindet die teilweisen Vorhaltungen, Offiziere hätten Privilegien gehabt als von Unkenntnis oder Unsachlichkeit getragene Informationen. Sicher kann nicht als Vorteil gewertet werden, wenn eine Familie so oft umziehen und sich immer neu finden musste. Aber es ist Zeitgeist auf andere zu schauen, zu prüfen ob es ihnen besser ging oder geht. Das unterscheidet sich sehr von dem ursprünglichen Zusammenhalt der Menschen in der ehemaligen DDR. Mit ehemaligen Mitstreitern trifft man sich gerne, nimmt an Traditionstreffen teil. Ansonsten verbringt Rolf Gehringer heute viel Zeit am Computer, unternimmt vieles mit seiner Frau und gemeinsam reisen sie gerne in die Berge. Bei der Eisenbahn hat er seinen beruflichen Werdegang begonnen und auch heute noch fasziniert den Sohn eines Oberlokführers das Thema Bahn.