MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Dr. med. Margitta Gassel

„Das Wohl der Kranken ist alleiniger Maßstab ärztlichen Handelns.“ (Georg Ernst Stahl)

Margitta Gassel

Fachärztin für Innere Medizin
07768 Kahla

Das Mädchen Margitta erblickte am 05.07.1952 in Annaberg-Buchholz das Licht der Welt. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in der Geburtsstadt, schloss die 10. Klasse an der Erweiterten Oberschule ab. Auf Grund ihrer guten Leistungen empfahlen ihre Lehrer eine Bewerbung an der ABF Halle (Arbeiter und Bauern-Fakultät) mit dem Ziel eines späteren Auslandsstudiums. Das deckte sich mit ihren eigenen Wünschen, denn ihr Vater war als Verantwortlicher für die Eishockey-Nationalmannschaft viel im Ausland unterwegs, was sie prägte. Da nach Ablegen des Abiturs keine Studienplätze für Medizin in der Sowjetunion vorhanden waren, änderte sie ihre Pläne. Ein anderer Studiengang stand für sie nicht zur Debatte. Durch den Beruf des Vaters oft in der Eishalle, wurde sie mit nur drei Jahren das erste Mal von der Eislauf-Trainer-Legende Jutta Müller auf alte Schlittschuhe von Gaby Seyfert gestellt. Das hätte der Beginn für eine Eissport-Karriere sein können. Doch nach drei Jahren erkrankte sie, musste drei weitere Jahre pausieren und entdeckte durch eigene Erlebnisse ihr Interesse für Medizin. An dem Wunsch Ärztin zu werden wollte sie daher also festhalten. Fünf Jahre Studium an der Universität Jena folgte ein Jahr Pflichtassistenz, bevor sie das Staatsexamen ablegte. Sie verblieb an der Universität, begann 1978 als Ärztin für Innere Medizin dort zu arbeiten. Zwanzig Jahre blieb sie am Universitätsklinikum. Sie durchlief hier ihre Facharztausbildung und promovierte. Während der Facharztausbildung arbeitete sie als Assistenzärztin, danach als Stationsärztin und machte ihre Subspezialisierung für Rheumatologie. Die politische Wende in der DDR brachte für sie selbst keine beruflichen Veränderungen mit sich. 1999 wechselte Dr. med. Gassel an das Fachkrankenhaus für Rheumatologie nach Weißen, nahm die Stelle einer Oberärztin ein. Bis zum Jahr 2005 an dieser Klinik tätig, erlebte sie mehrfache Betreiberwechsel und vermisste Kontinuität. Sie entschloss sich zur Gründung einer eigenen Niederlassung und eröffnete im November 2015 zusammen mit ihrer Kollegin Dr. Bräunig eine eigene Praxis für Rheumatologie. Die richtige Entscheidung. „Wir hatten schon einen guten Namen, schnell Zulauf und haben indessen bundesweit und aus dem Ausland Patienten,“ schaut Dr. med. Gasser auf einen erfolgreichem Weg zurück und erklärt, dass eine Praxis nicht nur medizinische Versorgung bedeutet, sondern es sich um ein Unternehmen mit hohem Verwaltungsaufwand handelt. „Mit Rheuma kann man kein Geld verdienen und das ist heute bestimmend,“ erklärt Dr. med. Margitta Gassel die minimale Praxis-Dichte, den fehlenden Ärzte-Nachwuchs im Land und den Wegfall der früheren Altersgrenze zum Praktizieren. Momentan läuft die Suche für einen Nachfolger, der die Praxis weiterführt, damit sie und Dr. Bräunig in den Ruhestand treten können. Den stellvertretenden Vorsitz im Berufsverband der Rheumatologen des Landes Thüringen hat sie 2019 abgegeben. „Jetzt sind mal die Jungen dran,“ sagt sie dazu. Sie ist stolz auf das was sie geschaffen hat, nimmt die Dinge hin, die sie nicht ändern kann, liest viel, macht Handarbeiten, geht zum Sport und verbringt ihre Freizeit mit guten Freunden. Außerdem legt sie großen Wert auf Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Sohn Jan (geb. 1976) ist nicht in ihre Fußstapfen getreten, sondern Designer geworden. Für sich und ihn wünscht sie sich Gesundheit und noch viele, erlebnisreiche Jahre.
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