MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN
Brigitte und Bernd Gebhardt
„Einem frohen Gemüt lacht die Sonne auch bei Regenwetter.“ (Autor unbekannt)
Gärtnerin
Schlosser
Nicollschwitz 10
04703 Leisnig
Bernd Gebhardt kam 1956 als Sohn einer Saisonarbeiterin und eines Fabrikarbeiters im heute bewohnten Haus zur Welt. Er erzählt von einer behüteten Kindheit, die er wild und abenteuerlich durchlebte. Ab und zu gab es von der Mutter „etwas hinter die Löffel, sie war streng aber gerecht.....“ berichtet er davon was er anstellte und wie er seine Mutter mit seiner Quirligkeit und seinen Streichen oftmals reizte. 10 Jahre besuchte er die Schule bis 1973, erlernte danach den Schlosser-Beruf im VEB Textima. 1975 den Facharbeiterabschluss in der Tasche, widerstand er den Werbern von Armee und Polizei für eine längere Dienstverpflichtung und absolvierte lediglich sofort seinen Pflichtwehrdienst. 18 Monate später kehrte er in den Ausbildungsbetrieb zurück, blieb hier bis 2000 erst als Schlosser, Fräser, Schleifer, später im Großtransport und Personentransport tätig. Nach Rückkehr von einer Tour wurde er zum Chef gerufen, der ihm mitteilte, er sei fortan für ein halbes Jahr von der Arbeit freigestellt und danach entlassen. Bernd Gebhardt nutze die freie Zeit sich selbst um eine neue Stelle zu kümmern. Er fand diese bei der Firma Holzmüller. „Da war ich ‚Lager-Bulle’ und habe Holz ausgefahren“ berichtet er, und davon nach 1 ½ Jahren selbst um seine Kündigung gebeten zu haben weil der Kollegen-Umgang nicht akzeptabel war. Kurz wieder im Arbeitsamt erfasst, wurde ihm eine befristete Stelle in einer Kartonnagen-Fabrik vermittelt, die zu einer festen Anstellung als Maschinenführer bis heute wurde. Während der Armeezeit hatte er seine Frau kennengelernt, 1979 heiratete das Paar. Brigitte Gebhardt wurde 1954 als eins von drei Kindern in eine Bauernfamilie hineingeboren. Von klein auf hegte sie den Wunsch Gärtnerin zu werden, konnte diesen mit einer entsprechenden Lehre in der GPG „Viola“ Bad Lausick nach dem Abschluss der 10. Klasse verwirklichen. Nach Lehrende blieb sie hier tätig. 1979 zog sie durch die Eheschließung zu ihrem Mann und fand neuen Arbeitsplatz in der Gärtnerei Töpke. 1981 kam Tochter Anja zur Welt, erkrankte 1 ½ Jahre später und bedurfte höherer Zuwendung durch die Eltern. Das Paar bewältigte das gut, doch arbeiten konnte Brigitte Gebhardt dadurch nicht mehr. Die Gebhardts sind stolz, dass ihre Tochter trotzdem so gut ihren Weg gegangen ist. Sie absolvierte die Schule, trat dann in die Fußstapfen ihrer Mutter und wurde Gärtnerin. Heute betreibt sie mit ihrem Lebensgefährten selbstständig eine eigene Gärtnerei. Brigitte Gebhardt versuchte nach der Wende wieder Fuß im Beruf zu fassen. Das gelang in der Firma „Kräuter-Kunze“. 1996–2015 war sie dort tätig, dann wurde ihr die Aufhebung des Arbeitsvertrages nahgelegt weil die Einführung des neuen Stundenlohnes Strukturanpassungen im Betrieb forderten. Zwei Jahre arbeitslos, ging sie danach in die Rente. Der eigene Garten bietet seither genug Beschäftigung für das optimistische, freundliche und ehrliche Paar. Die beiden sind stolz auf das Geschaffene und ihre Zufriedenheit und die vorhandene Gesundheit lässt sie glücklich sein. Offen für alles Neue, ärgern sie sich aber über Ungerechtigkeiten und auch über unbegreifliche Verwaltungsentscheidungen. „Wenn ich in Rente gehe, wird die nicht üppig ausfallen, aber wir kommen zurecht“ sagt Bernd Gebhardt, der sich seit 1978 in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Insofern ist das Paar eigentlich frei von großen Wünschen. Aber wenn da mal ein Enkelchen kommen würde – das würde beide sehr glücklich machen!