MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Regina und Hans-Dieter Gaßmus

„Zufrieden sein wandelt Wasser in Wein.“ (Deutsches Sprichwort)

Regina und Hans-Dieter Gaßmus

Bauzeichnerin
Maschinenbauer
Siedlung 6
04680 Colditz OT Hohnbach

Als einziges Kind einer Hausfrau und eines Formgießers wurde Hans-Dieter Gaßmus 1954 im heute bewohnten Haus geboren. Er blickt auf eine schöne Kindheit zurück, die viel Spiel im Freien beinhaltete und wegen der vergangenen kargen Kriegszeiten oft die Order der Eltern: „Der Teller wird abgegessen, vorher geht es nicht zum Spielen!“ Man erinnerte sich damals noch gut an Hunger und Not. Hans-Dieter lernte nach Abschluss der 10. Klasse (1960–1970) den Beruf Maschinenbauer im VEB Porzellanwerk Colditz. Nach Ausbildungsende wurde er zum Pflichtwehrdienst eingezogen, nahm nach der Rückkehr im Schmelzfarbenwerk (gehörte zum Porzellanwerk) die Arbeit als Reparaturschlosser auf und blieb so über die Wende hinaus tätig. Er erinnert sich an die Aufregung als er im Fernsehen die Öffnung der Mauer verfolgte. Als ehemaliger Grenzer in Geisa (Rhön) wollte er selbst sehen, was da passierte. Mit einem Nachbarn und seinen beiden Töchtern Jana und Kathleen ging es sofort auf die Autobahn in Richtung Hof, Endstation Bayreuth. Das in Empfang genommene Begrüßungsgeld wurde zu Basketballschuhen für die Kinder. Eine Nummer größer, damit sie lange halten würden, man weiß ja nie..... 1992 kündigte er in seinem Betrieb, nahm das Angebot des Baugeschäftes Müller in Hohenbach an, arbeitete fortan als Bauschlosser mit vier DM mehr Stundenlohn als zuvor und war zufrieden. Doch bald nervten ihn die Arbeitslosenzeiten im Winter, die in Baubetrieben üblich sind und auch ihn zunehmend betrafen. „Mit 50 Jahre gingen dann auch die Reparaturen los...“ beschreibt er augenzwinkernd schleichend einsetzende gesundheitliche Probleme. Arbeitslosigkeit und Harz IV mündeten schließlich in dem vorzeitigen Gang in die Rente – mit 11 % Abzügen den Rest des Lebens lang! Ehefrau Regina, die er 1973 geheiratet hatte, teilte zeitweise gleiches Schicksal. 1953 geboren und nach der 10. Klasse zur Bauzeichnerin (VEB Baureparaturen Geithain) ausgebildet, war ebenfalls während und noch nach der Wendezeit im Porzellanwerk tätig. Nach der Hochzeit war sie erst zu Haus geblieben, hatte sich nach der Geburt der Töchter Jana (1973, Einzelhandelskauffrau) und Kathleen (1975, Krankenschwester) um die Betreuung und Erziehung der beiden gekümmert und danach die Arbeitsstelle als Bauzeichnerin im Porzellanwerk angetreten. Die Strukturänderungen im Werk führten sie nach der Wende in Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Im Ingenieur-Büro Schädlich fand sie 1992–2002 wieder Anstellung, wurde danach erneut arbeitslos und trat später in den Ruhestand. Sie kümmerte sich fortan um die Enkel (indessen vier), Haus und Hof. Familie Gaßmus blickt zufrieden auf das Geleistete zurück. Aus jedem Tag das Beste machen ist ihr gemeinsamer Anspruch. „Wir sind einfach zufrieden...“ sagt Hans-Dieter Gaßmus bescheiden und berichtet, dass heute die Tierhaltung (Hunde. Katzen, Tauben, Fische, Hühner, Hasen) und der Garten das Tagesgeschehen bestimmen. Früher mit Hundezucht beschäftigt und im Hundeverein engagiert, ist Hans-Dieter Gaßmus indessen im Geflügelzüchterverein Colditz und seit 1975 in der Freiwilligen Feuerwehr. Die Eheleute haben sich rührend um die Pflege der Mutter gekümmert, sie später täglich im Pflegeheim besucht und hoffen, dass sie später im hohen Alter im eigenen Haus verbleiben können. Ihre Mädchen wohnen in unmittelbarer Nähe und werden sicher ,wie sie es einst bei den Eltern erleben durften, „sich um die Alten kümmern.“.
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