MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Sigmar Gebele

In den Spuren des Vaters

Sigmar Gebele

Melkermeister
Str. der Jugend 11
06773 Gräfenhainichen
Fon: 034953 / 33566

Wie der Vater, so der Sohn: Wie Vater Rudolf erlernte auch Sigmar Gebele den Beruf des Melkers, konnte wie ersterer ebenso den Meisterabschluss machen, und so wie er im Kreis von fünf Geschwistern aufwuchs, ist er auch selbst Vater von fünf Kindern geworden. Geboren wurde er 1952 im brandenburgischen Lübnitz (bei Bad Belzig). Der Vater hatte dort eine der ersten Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) der DDR mitgegründet, wechselte aber 1959 nach Selbitz (bei Gräfenhainichen), wo für den jungen Sigmar im selben Jahr der Schulbesuch begann. Er war der zweitälteste der Geschwister, musste 1963 den frühen Tod des Vaters erleben. Entsprechend bescheiden waren da die materiellen Verhältnisse der Familie. Nach dem Abschluss der 8. Klasse 1967 wechselte er ins Internat von Bösewig (heute Ortsteil von Kemberg), wo er mit der Berufsausbildung 1970 den Abschluss der 10. Klasse verbinden konnte. Danach arbeitete er als Melker in der LPG Selbitz, musste 1972/73 in Halle (Saale) seinen Grundwehrdienst ableisten. Dort konnte er zwar eine Fahrerausbildung machen, doch wurde genau dies der Grund, dass er in späteren Jahren zweimal zum Reservistendienst einberufen wurde. Zurück in der LPG stand die Meisterausbildung an, die er mit 23 Jahren abschließen konnte. Zudem nahm er erfolgreich an Meisterschaften im Melken auf Bezirksebene teil. Die ausgedehnte Milchviehhaltung prägte das Leben des Dorfes, der LPG und somit auch das Leben von Sigmar Gebele in den folgenden Jahren. Als nach dem Ende der DDR-Agrarstrukturen die Umwandlung zum Landwirtschaftsbetrieb e. G. Selbitz erfolgte, erlebte er nicht nur erfreuliche Momente, so dass er 1992 ausschied, in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingesetzt wurde und ihm eine Umschulung für den Straßentiefbau ermöglicht werden konnte. Viele Jahre war er nun, hauptsächlich auf Montage in den westlichen Bundesländern, in diesem Bereich unterwegs, konnte seine Fahrerfahrung aus der Armeezeit nützlich einbringen, bis das Herz streikte, weitere gesundheitliche Probleme ihm nahelegten, kürzer zu treten. Nun findet er bei der Gartenarbeit seinen körperlichen Ausgleich. Das wechselnde Glück prägte auch das Privatleben von Sigmar Gebele. Zweimal war er verheiratet, beide Ehen wurden unter turbulenten Umständen geschieden. Zu den beiden Kindern aus erster Ehe ist der Kontakt verloren gegangen, die drei jüngeren Kinder (Andrea, Steffen, Cassy) erlernten handfeste Berufe und stehen ihrerseits im Leben ihre Frau, ihren Mann. Dreizehn Enkel ergänzen das Familienbild.
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