MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Ruth Ganske

Die Kinder als Lebensinhalt

Ruth Ganske

geb. Hornfischer
Lambziger Str. 22
08499 Mylau

Fon: 03765 / 34098

Ruth Ganske, geb. Hornfischer, erblickte am 20.03.1932 im vogtländischen Reichenbach das Licht der Welt und wuchs mit ihrer sieben Jahre älteren Schwester Ilse auf. Ihr Vater arbeitete als Maurer und fiel 1944 im Zweiten Weltkrieg, die Mutter Hilda war Verkäuferin. Die Familie lebte im Haus der Großeltern und unterstütze sich gegenseitig. Von 1938–1946 besuchte Ruth die Schule ihrer Heimatstadt und war anschließend fünf Jahre als Hilfsarbeiterin in der nahe gelegenen Textilfabrik tätig. Von 1951–1971 arbeitete sie als Produktionsarbeiterin im VEB Renak-Werke Reichenbach. Ruth Ganske war zweimal verheiratet und ist mittlerweile verwitwet. Mit Monika, Heidrun, Karin und Cornelia hat sie vier Töchter aus erster Ehe. Sohn Jörg entstammt der Ehe mit ihrem zweiten Mann Herbert Ganske. Auch neun Enkel und mehrere Urenkel zählen mit zur Familie. „Haushalt und Kindererziehung waren für mich neben dem Beruf immer die zentralen Themen meines Lebens. Ich habe für die Kinder gestrickt, genäht, den Garten bestellt und mich um alles gekümmert, was nötig war. Urlaubsreisen kannte ich nicht. Dafür hatten wir keine Möglichkeiten und auch zu wenig Geld“, erzählt Ruth Ganske über ihren Alltag. Von 1971–1978 wechselte sie von den Renak-Werken in die Mylauer Bäckerei ihres zweiten Mannes und half in der Backstube sowie als Verkäuferin. Von 1978–1981 war sie bei einer kollegial verbundenen Bäckerei in Netzschkau angestellt. Im Anschluss arbeitete Ruth Ganske sechs Jahre als Beiköchin und Köchin in der Zentralschule Mylau, danach war sie Etikettiererin in der ortsansässigen Mosterei. Mit 62 Jahren ging sie nach einem arbeitsreichen Leben in Pension. Seit 1980 bewohnt sie ihr jetziges Haus in Mylau, welches einmal Sohn Jörg übernehmen soll, der ebenfalls hier lebt und als Müller in der Plauener Rubinmühle arbeitet. „Er unterstützt mich sehr mit dem Einkauf und den alltäglichen Dingen“, sagt Ruth Ganske, die ansonsten oft allein ist und sich vor allem die regelmäßigen Familientreffen über Weihnachten und zu den Geburtstagen genießt. „Es wird zwar immer schwieriger, alle an einen Tisch zu bekommen, da jeder seiner Arbeit nachgeht, aber bisher bekommen wir es immer noch ganz gut hin“, freut sie sich. Nach zwei schweren Stürzen ist sie gesundheitlich angeschlagen und dankbar über etwas liebevolle Unterstützung. „Stricken, ein wenig im Garten helfen oder Zeitung lesen zählen aber nach wie vor zu meinen Lieblingsbeschäftigungen“, fasst sie zusammen. Für die Zukunft hat sie keine großen Pläne mehr. „Ich wünsche mir Gesundheit und Frieden innerhalb meiner Familie, auf die ich sehr stolz bin“, lächelt sie und hofft, ihre Lieben zum nächsten Wiegenfest, das wie immer auf den Frühlingsanfang fällt, wiederzusehen.
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