MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Gottfired Gaitzsch

„Glück ist das mächtigste Stärkungsmittel“ (Herbert Spencer)

Gottfired Gaitzsch

Pappeneheimer Weg 11
04758 Oschatz OT Fliegerhorst
Fon: 03435 / 987795


Gisela Ockert, als Gisela Gerber 1935 geboren, hatte nicht das Glück einer unbeschwerten Kindheit. Der Schulbesuch wurde für zwei Jahre kriegsbedingt unterbrochen. Die umliegenden Städte waren bombardiert, die Schule zum Flüchtlingslager umfunktioniert worden. Ihre frühen Jahre waren gezeichnet vom Ähren lesen und Kartoffeln stoppeln, in diesen Zeiten der Not. Eine spätere Lehre bei der Post und die Arbeit als Postangestellte (bis 1956) waren erste Grundlage das eigene Geld zu verdienen. Den Wechsel 1958 in den Verkäuferinnenberuf bereute sie nie. 1972 erlangte sie den entsprechenden Facharbeiterbrief, entwickelte sich bis zum ihrem Einsatz als Verkaufsstellenleiterin und arbeitete als solche bis 1990. Vorruhestand und Rente folgten. Gottfried Gaitzsch wurde 1922 als Sohn eines Landwirtes geboren und trat beruflich (Anschluss Landwirtschaftsschule Döbeln) in dessen Fußstapfen. Auch er hat als junger Mann das Grauen des Krieges erlebt. 1940 eingezogen und mit einer kurzen Grundausbildung in der Garnision Döbeln „vorbereitet“, schickte man ihn an die Ostfront, wo ihn ein harter Winter und Temperaturen um die 40 Grad minus empfingen. Mehrfach verwundet, entging er nur knapp dem Tod. In Gefangenschaft der späteren Besatzungsmächte geraten, ertrug er den unterschiedlichen Umgang der Franzosen, Engländer und Amerikaner mit den Wehrmachtsangehörigen. Weihnachten 1948 durfte er dann endlich wieder zu Hause erleben – geprägt von den vorherigen Erlebnissen, die er bis heute nicht vergessen kann. Er arbeitete fortan in einer Molkerei, im Kraftwerksbau und einem Landbaubetrieb als Baumaschinist. Ein schwerer Motorradunfall stoppte die aussichtsreiche berufliche Entwicklung. Körperlich eingeschränkt, arbeitete er bis 1986 noch als Lagerleiter, ging dann in den Ruhestand. Dass Gisela Ockert und Gottfried Gaitzsch sich gefunden haben, ist ein großes Glück für beide, deren jeweils erste Ehepartner verstorben sind. Sie eint Ehrlichkeit, Kameradschaft und Hilfsbereitschaft und die dankbare Erinnerung an ihre früheren Partner Ilse und Günther. Die Kinder Annett (geb. 1965, verstorben 2000), Lothar (geb. 1945), Dirk (geb. 1955) und Kathrin (geb. 1965) passten gut in die Patchwork-Familie, verstehen und respektieren sich untereinander und haben gemeinsam für immerhin sechs Enkel gesorgt. Ihren Grundsatz „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ und die damit verbundene Lehre zum achtsamen Umgang miteinander haben Gisela Ockert und Gottfried Gaitzsch also gut weitergegeben an die jungen Leute. Dass nicht der Zufriedene glücklich, der Glückliche aber zufrieden ist, beweisen die beiden. Sie hatten es nicht immer leicht, hadern aber nicht, sondern leben gerne in ihrer Heimat, freuen sich noch die Reisemöglichkeiten nach der Wende genutzt zu haben und über die stattfinden Spiele-Runden mit ihren Bekannten. Ihrem evangelischen Glauben sind sie treu, sich selbst in gegenseitiger Hilfe und Unterstützung ebenso unermüdlich. Sie bestimmen selbst ihr Leben erzählen sie, und dass sie es überhaupt nicht leiden können, versucht jemand ihnen in ihre Sachen reinzureden. Ihre umfangreiche Lebenserfahrung und die Bewältigung schwerster Zeiten haben sie stark gemacht. Und sollte das mal nicht mehr ausreichen für den Alltag, dann können sie sich zu 100 Prozent auf Ihre Familie verlassen, das wissen beide und es macht sie glücklich und zufrieden.
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