MENSCHEN - GESICHTER DER REGIONEN

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Reinhard Gebühr

Er nutzte seine Chancen

Reinhard Gebühr

Gas-Wasser-Klempner-Installationsmeister
Ehemaliger Inhaber einer Klempner- und Installationsfirma

Rudolstädter Straße 24

99444 Blankenhain

Fon: 036459 / 62448

Reinhard Gebühr, 1948 im thüringischen Weißensee unweit von Sömmerda geboren, wollte unbedingt Gas-Wasserinstallateur und Klempner werden. „Nach Abschluss der 10. Klasse machte mir der Kegelbruder meines Patenonkels eines Tages das Angebot, in seinem Privatbetrieb in Erfurt eine Lehre zu absolvieren. Ich nutzte die Chance“, sagt Reinhard Gebühr. Nach dem Armeedienst kehrte er 1969 zur Ausbildungsfirma John zurück. Ein Jahr später wechselte er aus familiären Gründen die Arbeitsstelle und fing im Kreisbaubetrieb Sömmerda an. Hier absolvierte Reinhard Gebühr eine Weiterbildung zum Handwerksmeister und wurde Bereichsleiter für den Ausbau. „Mitte der 70er Jahre erfuhr ich von einem Gesetz, welches die private Gewerbetätigkeit in der DDR fördern sollte. Da stand für mich fest, dass ich in die Selbstständigkeit gehen wollte. Doch das war nicht einfach. Erst nach vielen Eingaben an örtliche Organe bis hin zum Ministerium und an das Zentralkomitee der SED erteilte man mir die Erlaubnis, einen Gas-Wasserinstallationsbetrieb zu gründen. In meinem Heimatort Weißensee stieß ich auf taube Ohren. Zufällig erfuhr ich, dass in Blankenhain ein Handwerker meines Faches gesucht wurde. Im Frühjahr 1977 kündigte ich und wurde erst einmal ‚Hausmann’. Einige Zeit später erhielt ich die Gewerbegenehmigung vom Kreis Weimar und eröffnete meinen Ein-Mann-Betrieb. Ausdauer zahlt sich eben aus“, sagt Reinhard Gebühr. Nach der Wende stellte er drei Mitarbeiter ein und bildete Lehrlinge aus. Die Ehefrau erledigte die Büroarbeiten. Die Auftragsbücher waren gut gefüllt. Es mussten Sanitäreinrichtungen in Haushalten erneuert, moderne Heizungen eingebaut, Altbauten saniert werden. 1996 kam der Schicksalsschlag: Die Ehefrau erkrankte schwer. Reinhard Gebühr pflegte sie, musste deswegen Mitarbeiter entlassen. Nach dem Tod seiner Frau 1998 bestand die Firma nur noch aus dem Chef. „2007 bekam ich das Angebot, als Subunternehmer in ganz Deutschland tätig zu sein. Diese Chance nutzte ich natürlich. 2012 ging ich dann in Rente“, erzählt der Handwerksmeister. Ohne staatliche Hilfe bekommen und alles allein geschafft zu haben, darauf ist er besonders stolz. Mit Lebenspartnerin Christine Liebscher und ihren beiden Kindern sowie mit seiner Tochter und den zwei Enkeln ist Reinhard Gebühr am liebsten zusammen. Außerdem taucht er gern ab. Auf den Seychellen die Fische zu beobachten, ist sein größter Traum.
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